Eine bloße Provinzposse ist der Rauswurf der Dessau-Roßlauer SPD-Stadträtin Angelika Storz aus ihrer Fraktion nicht. Immerhin geht es um die drittgrößte Stadt im Land, deren Bauhaus und Gartenpark Weltruf genießen.

Eine gestandene Finanzexpertin, Vizechefin des Stadtrates, macht einen unpopulären, ja provokanten Vorschlag und wird von den eigenen Leuten verprügelt. Das sagt einiges über die Frau und viel über die Konfliktunfähigkeit ihrer Kollegen. Dabei müsste es den Kritikern doch zu denken geben, wenn ihre Stadt zwar mehr als 60 Millionen Euro im Jahr für Verwaltungsbeamte ausgibt, aber kaum Geld für Theater oder Investitionen übrig hat.

Nebenbei: Wie ruppig würde die Dessau-Roßlauer SPD-Fraktion wohl erst mit dem in Saniererpose auftretenden Finanzminister Jens Bullerjahn umspringen? (Seite 1)