Sachsen-Anhalts CDU will ihren Spitzenkandidaten Haseloff in der Öffentlichkeit bekannter machen. Dafür muss sie – was eigentlich eine verrückte Sache ist – ausgerechnet ihr Zugpferd (Böhmer) zügeln. Doch es ist nun mal so, dass der emsige Haseloff im Windschatten des populären Ministerpräsidenten nicht so zum Zuge kommt, wie es sich die Parteistrategen wünschen.

Es ist also zu erwarten, dass Böhmers öffentliche Auftritte künftig seltener werden und Haseloff stärker in Erscheinung tritt. Der Spitzenkandidat steht parteiintern unter einem sehr hohen Erwartungsdruck. Haseloff hat mal gesagt: "Ich bin kein Böhmer light." Er ist deutlich teamorientierter als der für viele recht unnahbare Parteipatriarch. Inhaltlich steht Haseloff für Kontinuität. Aber: Anders als Böhmer greift er die Linke frontal an. Der Wirtschaftsminister steht jetzt in der ersten Reihe. Das birgt Chancen und Risiken. Sicher ist: Der Wind dürfte für ihn rauer werden.