Die SPD kommt einfach nicht aus dem Umfragetief heraus. Und es wird immer fraglicher, ob sie überhaupt noch Boden gut machen kann. Selbst beim Thema Datenausspähung ist Bundeskanzlerin Angela Merkel kaum zu packen. Und ausgerechnet jetzt, mitten im Wahlkampf, kommt Störfeuer aus den eigenen Reihen. Ex-SPD-Chef Franz Müntefering kritisiert massiv den Wahlkampfstart ("Mir standen die Haare zu Berge") und bringt neue Unruhe in die SPD.

Fünfeinhalb Wochen vor der Bundestagswahl sind Münteferings Sätze tatsächlich eine haarige Angelegenheit. Sie sind Gift für den Wahlkampf von Kanzlerkandidat Peer Steinbrück. Münteferings verbale Grätsche deutet darauf hin, dass in der SPD der Glaube an einen Wahlsieg nur noch schwach ist. Zumal auch Parteichef Sigmar Gabriel zu zweifeln scheint. Warum sonst hat er schon jetzt einen Parteikonvent direkt nach der Wahl vorgeschlagen? Die SPD beschäftigt sich permanent mit sich selbst - und ihr Wahlkampfmotor stottert weiter.