Können sich Asylbewerber in Sachsen-Anhalt willkommen fühlen? Mit Blick auf die abgelegenen, teils heruntergekommenen Gemeinschaftsunterkünfte im Land lässt sich diese Frage nur schwer mit Ja beantworten. Nicht ohne Grund werden auch die Flüchtlinge in Bitterfeld-Wolfen ihre Protestaktion angezettelt haben.

Es wird Zeit, dass die Landesregierung mehr Wert auf eine menschenwürdige Unterbringung von Asylbewerbern legt. Heime langfristig zu schließen und nur noch auf dezentrale Unterbringung in Wohnungen zu setzen, wäre aber falsch.

Wer erstmals nach Deutschland kommt, braucht Zeit, um sich zu orientieren. Er muss die Sprache lernen und sich mit den Lebensgewohnheiten vertraut machen. Heime könnten mit der richtigen Ausstattung und qualifiziertem Personal entsprechende Integrationsangebote bieten. Doch Land und Landkreise haben es bislang versäumt, die nötigen finanziellen Mittel hierfür bereitzustellen.