Es wurde Zeit, dass der Bund den Gemeinden bei der Ansiedelung von Mastbetrieben mehr Mitspracherechte zubilligt. Denn bislang konnten Großinvestoren Hühner- oder Schweineställe fast nach Belieben bauen - ohne auf mögliche Interessen von Anwohnern Rücksicht zu nehmen.

Das neue Baugesetz ermöglicht es nun den Gemeinden, mit Investoren auf Augenhöhe zu verhandeln - etwa über die Minimierung von Geruchsbelästigungen und Umweltbelastungen. Geben sich die Antragssteller unnachgiebig, liegt es an den Kommunen, Baugenehmigungen zu verweigern.

Zu einem landesweiten Ansiedelungsstopp dürfte es aber nicht kommen. So manche Gemeinde weiß, dass Mastanlagen auch Arbeitsplätze schaffen und Geld in klamme Haushaltskassen spülen. Zwei Argumente, die auch so manchen Tiermast-Gegner ruhigstellen können. Die starke Zunahme von großen Tierhaltungsanlagen in Sachsen-Anhalt dürfte sich allerdings abschwächen.