Hätte es denn noch eines Beweises bedurft, dass Fußball ein Milliardengeschäft und damit korrumpierbar ist – der Weltverband FIFA hat ihn gestern frei Haus geliefert.

Russland und Katar heißen also die Gastgeber der nächsten beiden WM. Bezeichnenderweise waren es gerade diese Staaten, die im Vorfeld ohne Skrupel mit den Milliarden nur so gewedelt haben. Noch Stunden vor der Vergabe hatte Russlands Vertreter, man traute seinen Ohren kaum, den FIFA-Herrschern doch tatsächlich den Zugang zu neuen Märkten versprochen. Als gelte es, die Welt neu aufzuteilen.

Und die Weltregierung des Fußballs ist dem Lockruf des Geldes blind gefolgt, wie schon die Olympier bei der Vergabe der Winterspiele nach Sotschi. Ihr eigenes Motto "For the Good of the Game", also für das Beste des Fußballs zu arbeiten, hat die FIFA dabei bewusst ignoriert, so wie sie es auch mit der Wahl der Katar-Wüste für die WM 2022 getan hat.