Eine deutsche Regierungserklärung und ein amerikanischer Bericht. Beides zu Afghanistan. Beiden ist der Versuch anzumerken, Positives zu vermelden angesichts der Abzugspläne und der instabilen Sicherheitslage. Die Einsicht, dass der Afghanistankrieg militärisch nicht zu gewinnen ist, gilt allgemein als Konsens. Die Frage ist nur, wie kommen die kriegsführenden Länder ohne Gesichtsverlust aus dieser Sackgasse. Und in welchem Zustand muss Afghanistan sein, damit es nach Abzug der fremden Truppen nicht mehr ins Chaos zurückfallen kann?

Wer Antwort auf diese Fragen sucht, wird sehen, dass ein sofortiger Rückzug nicht zu verantworten ist. Verantwortungslos wäre es auch, Afghanistan-Politik auf einem Schaukelstuhl zu machen. Wie anders soll man es verstehen, wenn aus der deutschen Regierung innerhalb einer Woche unterschiedliche Termine für den Beginn des Truppenabzugs genannt werden?