Alle schimpfen über die Bahn. Das ist gemein. Kein deutsches Unternehmen muss unter ständiger Beobachtung der Öffentlichkeit gegen derart viele Feinde kämpfen. Da wären zunächst die fünf Hauptgegner Frühling, Sommer, Herbst, Winter und Castor-Demonstranten. Ob Schneewehen, 37 Grad im Schatten oder angekettete Aktivisten auf den Gleisen, die Bahn ist diesen Attacken hilflos ausgeliefert.

Auch versuchen listige Produzenten, der Bahn für teures Geld Schund aufzuschwatzen. Neigetechnik-Züge etwa, die aus den Kurven zu kippen drohen. Dann die Politik: Nur meckern, aber verhindern, dass sich die Bahn auf die beiden Hauptstrecken Köln – Berlin und Hamburg – München gesundschrumpfen darf. Und erst das Fahrgast-Volk. Dieses Natterngezücht tritt immer dann in Massen auf, wenn der Fahrplan durcheinandergerät. Es lässt sich selbst durch Informationsboykott nicht von überfüllten Bahnsteigen vertreiben.

Nach 175 Jahren stolzer Geschichte hat die deutsche Eisenbahn nun kapituliert: Sie rät von Reisen mit sich selber ab. Wer könnte das angesichts der feindllichen Übermacht nicht verstehen?(Rund um die Welt)