Im Fall der im Iran inhaftierten Reporter findet sich Außenminister Guido Westerwelle in einer neuen Rolle wieder: der des guten Onkels aus Berlin. Schafft er es, die beiden Deutschen rauszuhauen? Das käme dem arg angeschlagenen FDP-Chef kurz vor dem Dreikönigstreffen der Liberalen gerade recht.

Nach einer schnellen Freilassung sieht es aber nicht aus. Die Iraner haben zwar ein Verwandten-Treffen ermöglicht, doch denken sie nicht daran, die Reporter einfach ziehen zu lassen. Es riecht nach einem Exempel: Wer als Westler denkt, Teheran austricksen zu können, indem er mit einem Touristenvisum Journalismus betreiben will, muss dafür büßen. Das hört sich nach Totalitarismus an. Und das ist es auch. Die deutschen Reporter wussten, in welches Land mit welchen Gesetzen sie fahren. Oder hat sie die Aussicht auf die Sensationsstory über ein mögliches Steinigungs-Opfer dafür blind gemacht?(Politik)