Der Platz des Finanzministers blieb leer. Jens Bullerjahn kämpft in diesen Tagen wegen eines Steuer-Geschenks um sein politisches Überleben. Das Thema Lehrerstellen und damit einen weiteren Kriegsschauplatz kann er nicht gebrauchen. Doch selbst wenn er an der Landtagsdebatte teilgenommen hätte: Es gibt dort für ihn nichts mehr zu gewinnen. Bullerjahn hat einst durchgesetzt, dass drastisch weniger Lehrer eingestellt werden. Das hat Kosten gespart. Doch es führt jetzt zum Fiasko, weil die überalterte Lehrerschaft in Rente geht und der dringend benötigte Ersatz nicht in Sicht ist.

Die Landesregierung war gewarnt. Schon zu Jahresbeginn 2014 hatte GEW-Chef Thomas Lippmann im Volksstimme-Interview prophezeit, dass das Personalkonzept nicht zu halten ist - so ist es gekommen. Das Landesschulamt hat lange Listen von jungen Lehrern, die in Sachsen-Anhalt abgewiesen wurden und die in andere Länder abgewandert sind. Es ist Zeit, diesen Menschen ein neues Angebot zu machen.