Kanada tritt den Rückzug aus dem Kyoto-Vertrag an. Nicht, weil das Klimaschutzabkommen von 1997 ohne die Beteiligung Chinas und der USA wenig Sinn macht. Sondern, weil das nordamerikanische Land seine Emissionen nicht senken konnte und ihm nun Strafzahlungen drohen.

Für das vor wenigen Tagen in Durban geplante Abkommen ist das ein Rückschlag. Die Vereinbarung, die ab 2020 gelten soll, leidet ohnehin unter Interpretationsspielräumen. Wenn sich nun ein Land wie Kanada aus der Klimaschutz-Verantwortung stiehlt, stehen die Chancen schlecht, aus der Einigung in Durban ein globales Abkommen entstehen zu lassen.

Dass Bundesumweltminister Norbert Röttgen Kanadas Entscheidung mit einem Schulterzucken quittiert, ist das falsche Sig-nal. Wenn Ottawa ungescholten davonkommt, wird niemand Durban 2020 ernst nehmen. Politik