Die US-Truppen hätten ein Land verlassen, das "souverän und stabil" sei, hat Präsident Barack Obama zur Begrüßung der Heimkehrenden auf dem Militärstützpunkt Fort Bragg gesagt und hinzugefügt, sie hätten geholfen, die Weichen in Richtung Frieden zu stellen.

Diese Einschätzung, die man mit großem Wohlwollen als Zweckoptimismus werten kann, ist Iraks Ministerpräsident Nuri al-Maliki gerade dabei gänzlich ad absurdum zu führen. Kaum dass der letzte US-Soldat Richtung Kuwait entschwunden ist, stellte er die Machtfrage neu. Mit dem Vorgehen gegen Sunniten und Säkulare kündigt er den nach den Parlamentswahlen nur unter Schwierigkeiten und US-Druck geborenen Kompromiss zwischen den Bevölkerungsgruppen zugunsten der Teheran zugeneigten Schiiten auf. Der Staat könnte vor Krieg und Zerfall stehen. Politik