Zahnärzte in mehreren Bundesländern wollen bis zum Jahresende kürzer treten, weil angeblich die Budgets erschöpft sind. Das ist sittenlos und zugleich ungesetzlich, denn Kassenzahnärzte sind verpflichtet, ihre Patienten umfassend zu behandeln. Es ist auch unverantwortlich, dass Zahnarztfunktionäre die Ängste von Patienten schüren, nur um Honorarforderungen durchzusetzen.

Die gegenwärtige Diskussion macht zugleich eine der Miseren im Gesundheitswesen deutlich. Die Zahnärzte im Osten bekommen immer noch 10,5 Prozent weniger Honorar als ihre Westkollegen. Die Zahnärzte insgesamt dürfen ihre Ausgaben im nächsten Jahr um 0,75 Prozent erhöhen, Ärzte dagegen um vier Prozent.

Wo bleibt da die Gerechtigkeit, Herr Bundesgesundheitsminister? Es scheint, als habe die Reform des Gesundheitswesens noch gar nicht begonnen.