Die Verbraucher haben am zweiten Adventswochenende das Weihnachtsgeschäft in Sachsen-Anhalt eingeläutet. Zu dieser Einschätzung kam gestern der Verband der Kaufleute (VdK). "Das Weihnachtsgeschäft geht jetzt los, aber ist es ist noch nicht in voller Fahrt", sagte gestern VdK-Präsident Hans-Friedrich.

Magdeburg (dpa). Die meisten Artikel waren am Wochenende noch "Geschenke für die Nikolaustüte", sagte Druschke. Besonders gefragt waren Süßwaren, Computerartikel und Parfümeriepräsente. Die Händler in der Region Dessau-Roßlau hätten wegen schneeglatter Straßen weniger Kunden verzeichnet als in Halle und Magdeburg. "Dort sind die Straßenbahnen die Glücksbringer und bringen die Kunden sicher und warm in die Innenstädte."

Die tiefen Temperaturen hätten den Absatz mit wärmerer Winterbekleidung begünstigt, sagte Druschke, der seit 55 Jahren ein Geschäft in Dessau betreibt. "Es werden noch lange nicht so häufig Mütze, Schal und Handschuhe verkauft wie früher. Jetzt haben wir aber endlich mal wieder einen richtigen Winter."

Der Verband hoffe für das Weihnachtsgeschäft auf ein ähnlich gutes Umsatzplus wie im bisherigen Jahresverlauf, sagte Druschke. "Die Kundenfrequenz hat im Jahr 2010 insgesamt erheblich zugenommen. Alle Zeichen stehen auf positiv." Eine Ursache sei die stärkere Nachfrage nach höherer und teurerer Qualität. "Die Leute suchen im zunehmenden Maße gehobene Qualität. Sie lieben das urbane Bedienen und Beraten, etwa wie man etwas pflegt oder worauf man achten sollte. Sie wollen sich im Center auf der grünen Wiese nicht mehr totlaufen."

Der deutsche Einzelhandel insgesamt hat sich auch am zweiten Adventswochenende zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft gezeigt. Trotz eines Dämpfers durch den Wintereinbruch hätten die Händler in der vergangenen Woche mehr verkauft als vor einem Jahr. "Am Adventswochenende trotzte dann die Geschenkelaune der Verbraucher Eis und Schnee", teilte der Handelsverband Deutschland (HDE) am gestern mit.

"Städte und Geschäfte waren voll", sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Eine bundesweite Umfrage habe ergeben, dass die Einzelhändler weiter zufrieden seien. Für die kommenden Wochen bis Heiligabend hätten sich die Händler auf ein noch lebhafteres Weihnachtsgeschäft eingestellt.

Viele Kunden griffen laut HDE in den vergangenen Tagen zu Süßigkeiten und kleinen Geschenken wie Büchern, CDs und DVDs für den Nikolausstiefel. "An Weihnachten werden sich Viele über Smartphones, Tablet-Computer, Mini-Camcorder und Spielekonsolen freuen." Wegen des kalten Wetters hätten sich viele Kunden zudem mit Schals, Mützen und Handschuhen eingedeckt, auch Schlitten waren gefragt.

Äußerst zufrieden zeigte sich auch der Einzelhandel in Hessen: Hier rechnet man mit dem besten Weihnachtsgeschäft seit fünf Jahren. Nach einem fulminanten Start sei auch die Kauflaune am zweiten Adventssamstag ungebrochen gewesen, sagte Präsident Frank Albrecht. Rund 80 Prozent der Einzelhändler rechneten im Vergleich zum Vorjahr mit bis zu drei Prozent mehr Umsatz.

"Überwiegend zufrieden" zeigten sich die Einzelhändler im Rheinland. Im Vergleich zum vergangenen Wochenende meldete der Rheinische Einzelhandels- und Dienstleistungsverband (REHDV) gestern sogar noch leicht gestiegene Besucherzahlen.