Hannover/Magdeburg (dpa/ts) l Das Geschäft mit Schiffsfinanzierungen bleibt für die Norddeutsche Landesbank (Nord/LB) eine ärgerliche Dauerbaustelle. Hohe Ausfallrisiken sorgen für einen hässlichen Schönheitsfleck in der Bilanz des Geldinstitus, das auch Landesbank für Sachsen-Anhalt ist - der Gewinn brach im vergangenen Jahr massiv ein. Der Überschuss fiel um 85 Prozent auf 80 Millionen Euro (2011: 536 Mio Euro), teilte die Bank gestern in Hannover mit. Hatte das Kredithaus 2011 nur knapp 200 Millionen Euro für die gesamte Risikovorsorge zurücklegen müssen, parkte sie vergangenes Jahr dreimal so viel (598 Mio. Euro). Der Großteil (500 Mio. Euro) ging auf das Konto von Schiffsfinanzierungen. Die Bank gehört zu den weltgrößten Finanziers von Schiffen und Flugzeugen.

Die Reedereien kämpfen seit Jahren mit Überkapazitäten, die bei vielen inzwischen existenzbedrohend erscheinen. Ihre Schiffe sind mit Aufträgen kaum ausgelastet und die transportierte Tonnage schrumpft.

Und beim Sorgenkind Schiffsfinanzierung sieht NordLB-Vorstandschef Gunter Dunkel kein Ende der Probleme: "Wir werden weiterhin ein schwieriges Marktumfeld haben, vor dem wir durchaus großen Respekt haben. Die anhaltende Krise in den Schiffsmärkten wird sich auch dieses Jahr mit einer weiterhin überdurchschnittlich hohen Risikovorsorge niederschlagen", sagte er. Die Schiffsfinanzierung ist eines der Hauptgeschäftsfelder der Landesbank - neben Bereichen wie die Flugzeug-, Agrar- und Immobilienfinanzierung.

Beim Zinsüberschuss legte die Nord/LB dagegen zu: 1,957 Milliarden Euro sind gegenüber 2011 ein Zuwachs von 11 Prozent.

Die Nord/LB ist mit ihren wichtigsten Standorten in Hannover, Braunschweig und Magdeburg sowie mit weltweit mehr als 7000 Mitarbeitern - darunter 400 in Magdeburg - die führende Geschäftsbank im Norden Deutschlands.

Zur Prognose für das laufende Jahr sagte Dunkel, er gehe davon aus "im Jahr 2013 ein verbessertes Ergebnis zu erzielen". Die Risiken bei den Schiffen sowie ein erneutes Aufflammen der Staatsschuldenkrise mit Folgen an den Finanzmärkten blieben aber als Gefahren bestehen.

Die Kernkapitalquote der Nord/LB stieg zum Jahresende von 9,4 auf 10,9 Prozent. Die Kennziffer sagt aus, inwieweit Risikopositionen einer Bank wie Wertpapieranlagen oder Kredite durch eigene Mittel gedeckt sind.