Zu ihrem traditionellen Obermeistertag hat die Handwerkskammer Magdeburg am Sonnabend in das Magdeburger Kulturwerk Fichte geladen. Der Obermeistertag, der seit einem Jahr abgekoppelt von der Meisterfeier stattfindet, ist eines der wichtigsten Ereignisse im Wirtschaftsjahr der Kammer.

Magdeburg. An diesem Tag werden unter anderem die ausscheidenden Obermeister verabschiedet und die neuen ernannt. Vor den versammelten Ehrenamtsträgern aus dem gesamten Kammerbezirk bezog Kammerpräsident Werner Vesterling in seiner Ansprache zur aktuellen Situation des Handwerks Stellung.

Die Veranstaltung hatte zunächst eher spielerisch begonnen. Gemeinsam mit den Mitgliedern des Vorstandes wurden Wirtschaftsminister Reiner Haseloff (CDU) und dem neuen Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Holger Schwannecke, wirtschaftspolitische Forderungen aus dem Handwerks im wahrsten Sinn des Wortes zugespielt. Diese standen auf weißen Bällen, die den prominenten Gästen zugeworfen wurden.

"Was im ersten Moment wie ein Spiel aussieht, steckt voller Symbolik", sagte Kammer-Hauptgeschäftsführerin Marianne Lehn zur Eröffnung des Obermeistertages, "Wir lassen unsere Forderungen nach der Stellungnahme unserer Gäste durch talentierte Jugendliche und vielleicht alle zukünftigen Handwerker zielgenau im Basketballkorb versenken."

In seiner Rede ging Kammerpräsident Vesterling auf zahlreiche, das Handwerk berührende Problemfelder von der Forderung "nach besserer und konsequenterer Verfolgung von Schwarzarbeit und Sozialleistungsmissbrauch" über den "dringend notwendigen Kampf gegen die überhand nehmende Bürokratie" bis hin "zur Unzufriedenheit des Handwerks über den kommenden Rundfunkstaatsvertrag und die damit verbundene Mehrbelastung für Handwerksbetriebe" ein.

"Ich nutze die Gelegenheit, um den Obermeistern zu zeigen, auf welchen Gebieten wir für das Handwerk in die Bresche springen und erbitte gleichzeitig die notwendige Unterstützung für unsere Arbeit aus den Regionen unseres Kammerbezirkes heraus", warb Vesterling um breite Hilfe und Vertrauen. Die Handwerkskammer Magdeburg zählt rund 15 000 Mitgliedsfirmen mit insgesamt zirka 68 000 Beschäftigten.

Höhepunkt des Obermeistertages war die Verabschiedung scheidender Obermeister und die Ernennung neuer Obermeister. Generalsekretär Schwannecke würdigte deren engagierte Arbeit im Dienste des Handwerks. Gleichzeitig betonte er unter anderem die Notwendigkeit, die begonnene Imagekampagne des Handwerks konsequent fortzusetzen. "Alle Handwerksbetriebe sind aufgerufen, sich aktiv in die Kampagne einzubinden", rief er aus. "Wir sind das Handwerk, die Wirtschaftsmacht von nebenan."