Quito (dpa). Die Organisation erdölexportierender Staaten (OPEC) hat die Förderquoten erwartungsgemäß unverändert belassen. Die Märkte seien ausreichend versorgt und ein leichter Nachfragerückgang sei angesichts der Krise in Europa nicht ganz auszuschließen, begründete die Organisation ihre Entscheidung bei einer Sitzung am Sonnabend in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito. Experten hatten dieses Ergebnis trotz des stetig steigenden Ölpreises erwartet.

Noch keine Einigung hätten die Erdölminister jedoch in der Frage erzielt, wie die Organisation reagieren solle, falls der Ölpreis die Marke von 100 Dollar (75 Euro) je Barrel erreichen sollte.

Saudi Arabien sprach sich für einen Ölpreis von 70 bis 80 Dollar je Barrel aus, während Länder wie Venezuela, Libyen und Iran einen Dollarpreis von etwa 100 Dollar anstreben. Libyens Öl-Minister Chukri Ghanem hatte aber schon vor dem Treffen Veränderungen ausgeschlossen:

"Es werden keine Änderungen erwartet, überhaupt keine." Die Konferenz wurde von Ecuadors Minister für nicht erneuerbare Energien, Wilson Pàstor, eröffnet. Er übergab anschließend die OPEC-Präsidentschaft turnusgemäß an den Iran.

Die Ölpreise waren am Freitag im asiatischen Handel leicht gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Januar kostete 88,58 US- Dollar. Das waren 21 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent stieg um 25 Cent auf 91,24 Dollar. Als Gründe dafür nennen Experten den schwachen Dollar, einen leichten Wirtschaftsaufschwung und die erhöhte Nachfrage durch die Heizsaison.

Die Reserven seien ausreichend, um mögliche Schwankungen bei Angebot und Nachfrage im kommenden Jahr auszugleichen, stand im OPEC- Monatsbericht, der am Freitag am Sitz der Organisation in Wien veröffentlicht wurde. "Angesichts des Überhangs an Vorräten sowie ausreichenden Kapazitäten in Produktion und Verarbeitung verfügt der Markt über einen starken Puffer gegen einen plötzlichen Anstieg bei der Nachfrage oder Einbruch im Angebot", heißt es in dem Bericht.

Die Vereinigung aus zwölf Staaten hatte zuletzt Ende 2008 nach einem Absturz der Ölpreise ihre Förderquoten verringert. Die Mitgliedsländer fördern zusammen etwa ein Drittel des weltweit verfügbaren Erdöls und kontrollieren 80 Prozent der Reserven. Die OPEC-Ölminister treffen sich mehrfach im Jahr, um die gemeinsame Förderquote der Marktlage anzupassen.

Die Ölminister erkannten in einer Abschlusserklärung auch ausdrücklich das ecuadorianische ITT-Projekt an, das den Verzicht auf die Förderung von 846 Millionen Barrel Rohöl in ökologisch gefährdeten Urwaldgebieten vorsieht, wenn das südamerikanische Land dafür von der internationalen Gemeinschaft eine Kompensation in Höhe von 3,6 Milliarden Dollar erhält.