Magdeburg (dapd/ts). Aus Protest gegen Holzverbrennungen stoppt Sachsen-Anhalts einziger Faserplatten-Hersteller Varioboard an diesem Freitag kurzzeitig die Produktion.

Das Unternehmen aus Magdeburg beteiligt sich damit an einem europaweiten Aktionstag von Unternehmen der Holzwerkstoffindustrie gegen die aus ihrer Sicht ausufernde Holzverbrennung. Mit einem internationalen Stopp der Maschinen wollen sie ein Signal setzen.

Im Interesse der Arbeitsplätze, der Ressourcenschonung und des Klimaschutzes müsse Holz erst stofflich eingesetzt werden, bevor es verbrannt werde, erklärte gestern der Geschäftsführer der Varioboard GmbH, Wilhelm Taubert, in Magdeburg. Die Wertschöpfung bei der stofflichen Verwertung von Holz sei acht Mal höher und der Beschäftigungsfaktor 13 Mal höher als beim sofortigen Verheizen, fügte er hinzu.

Das Unternehmen produziert im Vier-Schicht-Betrieb in Magdeburg seit 1999 mitteldichte Faserplatten, sogenannte MDF-Platten. Als Basismaterial für die Faserplatten dient unter anderem Holz, überwiegend heimische Kiefer.

Bei einer Produktionsmenge von 200 000 Tonnen wurde nach Firmenangaben im vergangenen Jahr ein Umsatz von 46 Millionen Euro erzielt. Der Betrieb beschäftigt 179 Mitarbeiter und bildet 16 Jugendliche aus.

Varioboard vermarktet seine Produkte weltweit an Kunden aus Handel, Handwerk und Industrie. Sie werden im Innenausbau, im Handel und in der Möbelindustrie verwendet.