Der Call-Center-Markt in Sachsen-Anhalt bleibt in Bewegung. Vor allem in Magdeburg, mit rund 5500 Beschäftigten der Schwerpunkt der Branche in Sachse-Anhalt, tut sich viel. So wollen die zu den größten Branchenunternehmen zählenden Anbieter "Walter Services" und "Bosch Communication Center" ihre Belegschaften weiter aufstocken.

Magdeburg. Die Call-Center-Branche ist in Sachsen-Anhalt mit rund 11 000 Arbeitsplätzen in 80 Unternehmen besonders stark vertreten. Unter den 20 größten Call-Centern Deutschlands befinden sich allein sechs Firmen aus unserem Bundesland. Auf dem Markt herrscht nach wie vor rege Bewegung – besonders in der Landeshauptstadt, dem Schwerpunkt der Branche hierzulande.

Die beiden größten Anbieter in Magdeburg, "Walter Services" und "Bosch Communication Center", bauen ihre Niederlassungen aus. Nachdem "Walter Services" vor einigen Monaten bereits 200 Mitarbeiter für den telefonischen Kundenservice in den Branchen Telekommunikation und Versandhandel eingestellt hat, sucht das Dienstleistungsunternehmen weitere 150 Kundenbetreuer. Gegenwärtig hat Walter Services in der Elbestadt rund 2500 Mitarbeiter unter Vertrag.

Sein Personal aufstocken will auch "Bosch Communication Center". "Wir planen, in den kommenden zwei bis drei Jahren unsere Mitarbeiterzahl von gegenwärtig 1200 auf 1500 Beschäftigte zu erhöhen", sagte Geschäftsführer Georg Wessels der Volksstimme. Dazu hat das Unternehmen unter anderem die Räumlichkeiten des im Zuge der Insolvenz aufgelösten Quelle-Callcenters hinzugemietet. "Wir haben die Wirtschaftskrise ohne große Delle überstanden und wachsen weiter kontinuierlich", blickt Wessels optimistisch in die Zukunft.

Bosch war 1997 in Magdeburg mit 100 Beschäftigten an den Start gegangen. "Wir haben unsere Entscheidung, uns in Magdeburg anzusiedeln, nie bereut", resümierte Wessels. Im Gegenteil. Das Center wird für den Bosch-Konzern immer wichtiger. Magdeburg trage in verschiedenen Bereichen die Verantwortung von Bosch-Aktivitäten im deutschsprachigen Raum.

Von der Landeshauptstadt aus wird unter anderem der komplette Außendienst der Heizungsbauer- und Sanitärinstallationsanbieter Junkers und Buderus gesteuert. Einen guten Teil des Center-Umsatzes steuert Deutschlands größte, in das Center integrierte private Sicherheitsleitstelle bei. Bundesweit werden rund 90000 Objekte vom Schalterraum einer Bank bis zum Juweliergeschäft von Magdeburg aus über spezielle Datenleitungen überwacht.

"Der Trend geht zu höherwertigen Dienstleistungen", erklärte Wessels. Insbesondere der Reisebereich wachse sehr stark. Das Center übernehme etwa für Thomas Cook die Reisebüroberatung. Für eine internationale Fluggesellschaft wickeln die Magdeburger den Reservierungsservice in mehreren Sprachen von polnisch, über englisch bis russisch ab. Um den wachsenden Ansprüchen und dem Auftragsaufkommen speziell im Geschäftskunden-Reisesektor auch künftig genügen zu können, bildet Bosch erstmals selbst Reiseverkehrsfachleute aus.

Weiteres Wachstumspotenzial sieht das Unternehmen unter anderem im Bereich Health Care oder bei der Überwachung von Fahrzeugflotten via GPS.