Washington (dpa). Während die Wall-Street-Häuser schon wieder Milliardengewinne einfahren, geht den Regionalbanken in den USA reihenweise die Luft aus. Mittlerweile mussten schon mehr Kreditinstitute schließen als im Krisenjahr 2009. Und ein Ende der Pleitewelle ist nicht abzusehen. Jetzt hat die First Vietnamese American Bank für immer ihre Pforten geschlossen.

Die First Vietnamese mit nur einer einzigen Filiale ist das 143. Kreditinstitut, das in diesem Jahr hat aufgeben müssen. Die gleichen schlimmen Szenen spielten sich am Ende der Woche bei der Pierce Commercial Bank aus dem US-Bundesstaat Washington, bei der Western Commercial Bank aus Kalifornien und der K Bank aus Maryland ab.

Für die Regionalbanken in den USA ist 2010 ein düsteres Jahr. Während in Deutschland ein regelrechter Wirtschaftsboom eingesetzt hat und die Arbeitslosigkeit deutlich zurückgegangen ist, warten die Amerikaner noch auf einen spürbaren Aufschwung. Die Arbeitslosenquote verharrt bei historisch hohen 9,6 Prozent. Viele Menschen können deshalb ihre Schulden nicht zurückzahlen – das Geld fehlt den Banken zum Überleben.

Die kleinen und mittleren Kreditinstitute trifft es besonders hart. Denn kaum ein Geldgeber ist bereit, rettend in die Bresche zu springen. Bereits im Krisenjahr 2009 waren 140 Regionalbanken pleitegegangen. Branchenriesen wie die Citigroup oder die Bank of America überlebten indes mit milliardenschweren Hilfen der US Regierung. Von den ganz Großen gingen lediglich Lehman Brothers und die Sparkasse Washington Mutual unter, weil sie sich am Häusermarkt verzockt hatten.

Dank des hochriskanten Investmentbankings scheffeln die Wall Street-Institute heute schon wieder Milliardengewinne. Dagegen schrieb jede fünfte US-Bank zuletzt Verluste. Die Einlagensicherung FDIC, die das Ersparte der Kunden bei einem Bankrott rettet, führte 829 Geldhäuser auf ihrer Problemliste. Damit ist mehr als jede zehnte Bank in den Vereinigten Staaten gefährdet, als nächste umzukippen.