Der 10. Hugo-Junkers-Innovationspreis Sachsen-Anhalt wird am 17. November vergeben. Die Veranstalter haben für den festlichen Akt das Technikmuseum Hugo Junkers in Dessau-Roßlau ausgewählt. 65 Unternehmen mit Sitz in Sachsen-Anhalt haben ihre Bewerbungen eingereicht.

Magdeburg (ko). Jeweils drei Unternehmen pro Kategorie sind im Finale. Im Rennen um den Preis für die "Innovativste Produktentwicklung" sind die Calyxo GmbH in Thalheim (Anhalt-Bitterfeld) mit einem besonderen Herstellungsverfahren von Halbleiterschichten bei der Produktion von Dünnschichtsolarmodulen, die Hochschule Merseburg mit Tragflügeln aus Naturfaserverstärkten Biokunststoffen für Ultraleichtflugzeuge und die Lagotec GmbH in Magdeburg, die sich mit der Optimierung von Wasserkreisläufen befasst.

In der Kategorie "Innovativste Allianz" ist die Hochschule Harz im Finale. Sie präsentiert eine Technologie im Bereich der optischen Nachrichtentechnik, mit deren Hilfe die Datenraten für optische Polymerfasern um das Zehnfache erhöht werden können. Das Cluster Mahreg Automotive bündelt seine Kompetenzen im IKAM Institut für Kompetenz in AutoMobilität. Dritter Finalist ist die Helinat eG, die sich das Ziel gesetzt hat, Solarkraftwerke unter aktiver Beteiligung der Bürger, Unternehmen und Kommunen aufzubauen und zu betreiben.

Um den "Innovativsten Regelbruch" geht es in der dritten Kategorie. Das Unternehmen Aquadraulic bewirbt sich mit einem universellen Hightech-Löschfahrzeug, mit dem Schnellangriffe möglich sind, ohne Schläuche zu verlegen. Wipag Nord will mit der Herstellung neuer Stoßfänger für Fahrzeuge aus alten Stoßfängern punkten. Und E.ON Avacon geht einen ungewöhnlichen Weg zur Netzoptimierung.

Außerdem wird ein Sonderpreis Lebenswerk an einen "Grenzgänger zwischen Wissenschaft und Wirtschaft" vergeben. Jeder der Preise ist mit 10 000 Euro dotiert.

"Wer einen solchen Preis gewinnt, steht natürlich im Fokus der Kunden", sagte Mathias Bode, Vorstand Vertrieb und Marketing der FuelCon AG in Barleben. 2006 konnte er selbst den Hugo-Junkers-Innovationspreis in der Kategorie "Erfolgreiche technologieorientierte Existenzgründung/ Markteinführung" in Empfang nehmen, zur diesjährigen Preisverleihung ist er als Gastredner eingeladen.

Ausgezeichnet wurde das Unternehmen für die Entwicklung und Markteinführung der "TrueData" Gerätereihe, mit der FuelCon neben Prüfständen auch Diagnose- systeme für Brennstoffzellen anbietet. "Wir haben das Produkt mehr als Nischenthema verstanden", sagte Bode. Über die Preisvergabe seien er und seine Leute freudig überrascht gewesen. "Mittlerweile ist das Gerät im Batteriebereich ein absoluter Renner."

Bode weiter: "Wir haben damals teilgenommen, weil wir der Meinung waren, dass wir etwas ganz Besonderes entwickelt hatten. Mit unserer Bewerbung zum Innovationspreis wollten wir feststellen, ob das auch andere so sehen." Die Mitarbeiter hätten sehr viel Herzblut und Engagement in die Entwicklung gesteckt. Die Preisverleihung habe ihnen Wertschätzung vermittelt und sich spürbar auf die Motivation ausgewirkt.

FuelCon hatte mit zwei Mitarbeitern angefangen. Heute hat das Unternehmen 35 Beschäftigte, hat in Barleben in eine neue moderne Betriebsstätte investiert und dafür auch Fördermittel erhalten. Heute zählt FuelCon zu den führenden Anbietern von Testsystemen für Brennstoffzellen und Batterien. "Die gute Förder- situation ist für diese Expansion ein ausschlaggebender Faktor", so Bode.

Zum großen Teil entwickeln die FuelCon-Mitarbeiter alles selbst. Außerdem werden Kooperationen mit dem Schwesterunternehmen Sensotec, mit Universitäten, Institutionen und anderen Partnern genutzt. "Der dominierende Anteil liegt aber im eigenen Unternehmen. Das muss auch so sein, weil nur wir selbst den direkten Draht zum Markt und zu den Kunden haben", betonte Bode.