IDT Biologika

Gegründet: 1921

Stammsitz: Dessau-Roßlau

Mitarbeiter: 1100 in Sachsen-Anhalt, 1800 insgesamt

Das Unternehmen entwickelt und produziert Impfstoffe und Pharmazeutika für Tier und Mensch.

1993 wurde der ehemalige VEB Impfstoffwerk Dessau-Tornau als Teil der Klocke-Gruppe privatisiert.

In der neuen Produktionshalle sollen ab Sommer 2014 rund 16 Millionen Injektionsflaschen produziert werden.

Dessau-Roßlau. 1100 Beschäftigte, 151 Millionen Euro Umsatz und eine mehr als 90-jährige Geschichte. Unternehmen wie IDT Biologika (Impfstoffwerk Dessau-Tornau) gibt es nicht oft in Sachsen-Anhalt. Und doch ist der Name außerhalb des Stammsitzes in Dessau vermutlich nur Fachleuten ein Begriff. Dabei sind schon viele mit ihren Produkten in Berührung gekommen - im wahrsten Sinne des Wortes. IDT produziert und entwickelt Impfstoffe und Medikamente für Mensch und Tier.

Am Freitag nun hatte das Unternehmen doppelten Grund zum Feiern: 20 Jahre Privatisierung und die Einweihung einer neuen Produktionshalle für Humanimpfstoffe. 40 Millionen Euro wurden in das riesige Gebäude am Pharmapark investiert, 160 neue Arbeitsplätze dadurch geschaffen. "Das ist auch ein Bekenntnis zu Dessau und dem Land Sachsen-Anhalt", erklärt Unternehmenssprecher Peter Kellner. Seit 1921 werden am Rande von Dessau Impfstoffe gefertigt. Inzwischen ist IDT weltweit tätig. Seiner ungewöhnlichen Stellung im Land ist sich das Unternehmen bewusst und sieht sich selbst gerne als "Leuchtturm". Eine Diskussion, Dessau zu verlassen und die Produktion in einen Ballungsraum oder günstigere Länder zu verlagern, hat es nach Auskunft Kellners nie gegeben.

Immerhin hat die Pharmaindustrie auch eine lange Tradition in Sachsen-Anhalt - nicht nur bei IDT. Und Peter Kellner erwartet auch in den kommenden Jahren gute Geschäfte. "Der Pharma-Markt weltweit wächst, insofern sind wir zuversichtlich." Deshalb wurde auch gleich vorgesorgt. Die Produktion in der neuen Halle ist problemlos auf 60 Millionen Injektionsflaschen steigerbar. Das wäre die doppelte Menge dessen, was bislang produziert wird.

Doch ganz ohne Sorgen geht es dann doch nicht. Der Fachkräftemangel im Land macht sich auch bei IDT bemerkbar. "Besonders schwierig ist es, berufserfahrene Spezialisten zu bekommen", berichtet Kellner. Zwar gebe es Bewerbungen aus ganz Europa, das Unternehmen wolle aber vor allem auf deutsche Fachkräfte setzen.

Auf dem Weg dorthin soll in Zukunft auch ein neues Forschungsinstitut helfen. In einem Bündnis mit Hochschulen, der Stadt Dessau und dem Land sollen Studenten dort die Möglichkeit bekommen, ihre Ideen auf Praxistauglichkeit zu prüfen. Auf 800 Quadratmetern in unmittelbarer Nähe zu IDT könnten die Wissenschaftler forschen. Über den Förderantrag soll im kommenden Jahr entschieden werden. Die besten Ideen der Studenten möchte IDT dann kaufen und entwickeln.

Ohnehin möchte das Unternehmen in Zukunft nicht nur erfolgreicher, sondern auch bekannter werden. Dafür wurden zum Beispiel im Ausland bereits Gesellschaften gegründet. Bislang arbeitet man dort mit Vertriebspartnern zusammen. Bald möchte man auch selbst unter dem Namen IDT Biologika auftreten. "Dort steht dann auf der Verpackung auch IDT drauf, wenn IDT drin ist", freut sich Kellner.