Einen Steinwurf weit entfernt von der Grenze zu Niedersachsen liegt im Harbker Gewerbegebiet die Firma IGS Development. Obwohl etwas versteckt in der Bördelandschaft, nannte sie gestern Wirtschaftsminister Reiner Haseloff (CDU) einen Leuchtturm, der etwas Besonderes darstelle. Anlass für diese Anerkennung war die Auszeichnung von IGS Development als "Unternehmen des Monats".

Harbke. "Sie sind das 50. Unternehmen, das diese Ehrung erhält", sagte gestern Wirtschaftsminister Reiner Haseloff (CDU) an die Geschäftsführung gerichtet.

IGS Development ist ein wichtiger Partner der Autoindustrie. "Wir sind das größte Engineering-Dienstleistungsunternehmen im Automotive-Bereich in Sachsen-Anhalt", erläuterte Geschäftsführerin Marion Thiele. "Im Mittelpunkt steht die virtuelle Produktentwicklung. Wir erstellen zum Beispiel Montageanleitungen für die Produktion am Band. Die Arbeiter haben damit genaue Details in 3D-Form zur Verfügung, können sie drehen und die Handgriffe genau nachvollziehen. Das ist besonders wichtig bei der weltweiten erforderlichen Kommunikation, in der die 3D-PDF-Dateien hilfreich sind."

Die Stärke des Unternehmens sei es, integrierte Leistungspakete zu liefern und darüber hinaus den Kunden zukunftsweisende Ideen und Lösungen für Produkt- und Prozessverbesserungen aufzuzeigen.

Die rund 120 Mitarbeiter der IGS Development, davon 50 Prozent akademisches Personal, sorgen dafür, dass aus einer guten Idee wirtschaftlicher Erfolg wachsen kann. So setzen weltweit tätige Konzerne aus Automobil- und Maschinenbau wie Volkswagen, Audi, Porsche, Daimler, Salzgitter Maschinenbau und Enercon in Sachen Konstruktion und Entwicklung, technische Dokumentation, virtuelle Realitäten, Messtechnik und Modellbau auf die Kompetenzen des Harbker Ingenieurbüros, das in den vergangenen Jahren eine beachtliche wirtschaftliche Entwicklung genommen hat.

Zusätzliche Bedeutung für die heimische Automobil-Zulieferbranche gewinnt die IGS Development als wichtiger Industriepartner des neuen wirtschaftsnahen Instituts für Kompetenz in AutoMobilität IKAM, das mit 34,5 Millionen Euro aus Mitteln des Wirtschaftsministeriums und des Konjunkturpakets II finanziert wird und bis Ende 2011 an den Standorten Magdeburg und Barleben komplett fertig gestellt sein soll, informierte Haseloff.

Nachdem Norbert Mollenhauer, Sprecher der Geschäftsleitung, aufgezeigt hatte, wie sich das Unternehmen seit seiner Gründung 1996 in Weferlingen unter anderem mit der Gründung des Helmstedter Messcenters (HMC) und dem Neubau in Harbke 2002 entwickelt hat, würdigte der Minister vor Geschäftsleitung, Gästen und Mitarbeitern den Weg des Unternehmens zu einer hochinnovativen Einrichtung.

Nach der Übergabe der Urkunde für den verliehenen Titel und einer dazugehörigen Glasplastik revanchierten sich die Geehrten mit einem Cartoon, der den Minister in Beziehung zum Land der Frühaufsteher zeigt und von einem Mitarbeiter des Hauses gemalt worden war.