Frankfurt/Main (dpa). Die Deutsche Bank geht unter die Glücksspieler: Gestern eröffnete das größte Geldhaus der Republik sein eigenes Kasino in Las Vegas. Rund vier Milliarden Dollar flossen in "The Cosmopolitan", das damit zu den teuersten und größten Projekten der Glitzerstadt gehört. Zwei jeweils 50 Stockwerke hohe Glastürme bilden das Herzstück des Komplexes mitten auf dem berühmten Las Vegas Strip.

Die Deutsche Bank ist allerdings eher unfreiwillig unter die Kasinobetreiber gegangen: Eigentlich hatte sie dem Immobilienentwickler Ian Bruce Eichner nur einen Kredit gewähren wollen. Doch Eichner ging in der Finanzkrise das Geld aus. Da war der Kasinokomplex nicht mal halb fertig. Um nicht einen riesigen Verlust zu erleiden, übernahm die Deutsche Bank im September 2008 selbst das Projekt und baute es zu Ende.

Kasinochef John Unwin verspricht seinen Gästen nun ein unvergleichliches Unterhaltungserlebnis. Im Unterschied zur Konkurrenz, die eher in die Breite gebaut hat, streckt sich "The Cosmopolitan" in die Höhe. Auf mehreren Etagen finden sich rund 1500 Spielautomaten, 80 Spieltische, drei Pool-Landschaften, mehrere Nachtclubs und Restaurants, Veranstaltungsräume sowie Geschäfte. Das angeschlossene Hotel hat knapp 3000 Zimmer.

Das Projekt ist für die Deutsche Bank nicht ohne Risiko. Die Frankfurter mussten bereits rund 700 Millionen Euro abschreiben. In der Wirtschaftskrise waren die Besucherzahlen in Las Vegas zurückgegangen und erholen sich nur langsam.