Hannover (dpa/ts). Die Norddeutsche Landesbank (Nord/LB) setzt angesichts anhaltender Spekulationen um Verschmelzungen in der Branche auf Selbständigkeit. "Unsere Schwerpunkte zu betonen, ist besser, als uns in Fusionsüberlegungen zu ergehen", sagte Vorstandschef Gunter Dunkel in Hannover. Vor allem in der Schiffsfinanzierung habe seine Bank weiter klare Vorteile gegenüber der Konkurrenz. Gerüchte über ein Zusammengehen der Nord/LB mit anderen Landesbanken seien aus seiner Sicht vorerst "vom Tisch". Für das Gesamtjahr 2010 rechnet die Nord/LB, die auch Landesbank für Sachsen-Anhalt ist, trotz Unsicherheiten im Kreditgeschäft und der Verluste durch den Verkauf ihrer Anteile an der defizitären Nordosteuropabank mit einem guten Ergebnis. Vor Steuern würden im vierten Quartal rund 50 Millionen Euro erwartet, sagte Dunkel – nach 154 Millionen Euro in den ersten neun Monaten dieses Jahres. 2009 war die Bank wegen der höheren Vorsorge vor faulen Krediten tief in die Verlustzone gerutscht. "Nun wollen wir so wenig Überraschungen liefern wie möglich", versprach der Bankchef.

Beim Stresstest zur Krisentauglichkeit europäischer Banken war die Nord/LB im Sommer nur knapp über den maßgeblichen Wert gekommen. Ihre Geschäftsentwicklung wird von Experten aber als solide eingeschätzt. Anders als andere Landesbanken bekam die Nord/LB in der Krise keine Staatshilfen und hielt an einer risikoarmen Strategie fest.