Berlin (dpa). Die Allianz-Tochter Pimco, einer der größten Investoren in Staatsanleihen weltweit, geht angesichts der Euro-Schuldenkrise mit der Politik ins Gericht. Die auf dem EU-Gipfel in Brüssel vereinbarte dauerhafte Lösung für eine Rettung von Krisenländern komme 2013 zu spät, sagte der Leiter des Portfoliomanagements bei Pimco, Andrew Bosomworth, der Tageszeitung "Die Welt". "Die Politik darf nicht länger die Augen vor einer Staatspleite innerhalb der Europäischen Union verschließen. Sie muss dringend eine Lösung für den Insolvenzfall finden", forderte er.

Für besonders gefährdet hält Bosomworth Griechenland, Irland und Portugal. Er traue den hoch verschuldeten Ländern nicht zu, belastet durch Sparprogramme genügend Wachstum zu erzielen. Besser sei daher ein Austritt aus dem Euro, durch den diese Staaten im Export wieder wettbewerbsfähig würden. Positiver beurteile er die Lage für Italien, Spanien und Belgien. Allerdings sei die – von Deutschland abgelehnte – gemeinschaftliche Euro-Anleihe sinnvoll, um die Sorgenkinder bei ihren Bemühungen zum Schuldenabbau zu unterstützen. Pimco ist in der Debatte kein Unbeteiligter. Durch Äußerungen wie die von Bosomworth kann die Fondsgesellschaft auch die Kurse von Staatsanleihen beeinflussen.