Freyburg (ko). Mit etwa 1,75 Millionen Litern Wein liegt das Ernteergebnis der Winzervereinigung Freyburg-Unstrut bereits das zweite Jahr in Folge deutlich unter dem langjährigen Mittel. "Uns fehlen eine Million Liter im Keller", sagte Geschäftsführer Gerald Lange. Zwar habe man im Vergleich zum Vorjahr leicht zulegen können, aber mehr als zehn Prozent Steigerung ließen die ungünstigen Witterungsverhältnisse eben nicht zu. "Wir rechnen immer mit etwa 2,9 Millionen Litern, auf diese Größenordnungen sind auch unsere Kunden eingestellt." 2008 wurden sogar 3,2 Millionen Liter eingebracht.

In normalen Jahren werden etwa 75 Hektoliter pro Hektar erzielt, in dieser Ernte lag die Ausbeute aber nur etwa 50 Hektolitern. Zufrieden ist Lange mit der Qualität des Lesegutes. Die Mostgewichte versprächen einen ausgewogenen Jahrgangswein, der leicht, frisch und fruchtig dem Geschmacksbild von Saale-Unstrut gut zu Gesicht steht.

Besonders die frühreifen Trauben wie Müller-Thurgau, Portugieser und Silvaner haben das Wetter nur schlecht verkraftet und haben nicht einmal die Vorjahreswerte erreicht. "Das ist besonders tragisch, weil das unsere wichtigsten Sorten sind, sie bedecken gut 40 Prozent unserer Gesamtfläche und sind auch bei den Kunden besonders stark nachgefragt." Besser als im Vorjahr hätten lediglich Weißburgunder, Grauburgunder, Traminer und Dornfelder abgeschnitten, aber auch hier lägen die Lesemengen weit unter dem Durchschnitt.

Zur Winzervereinigung Freyburg-Unstrut gehören etwa 500 Genossenschaftsmitglieder. Sie bewirtschaften 360 Hektar Rebfläche, davon 70 Hektar Steillagen. Die Lagerkapazität liegt bei 5,85 Millionen Litern.

Das Deutsche Weininstitut hat die Weinlese an Saale und Unstrut gerade als positiv eingeschätzt. Sie sei deutlich besser ausgefallen als in anderen deutschen Anbaugebieten. Im Vergleich zum Vorjahr gebe es eine Steigerung um 22 Prozent, hatte das Institut in Mainz am Donnerstag mitgeteilt.