Frankfurt/Main (dapd) l Die Commerzbank meint es mit dem Sparen so ernst, dass jetzt auch Weihnachtsfeiern ausfallen. Viele der traditionsreichen Feste für die rund 45000 Mitarbeiter in Deutschland werden dieses Jahr nicht von der Bank bezuschusst.

Schon im September hatte die Bank, an der der deutsche Staat 25 Prozent und eine Aktie hält, angekündigt, viele Kostenstellen auf den Prüfstand zu stellen. Deutschlands zweitgrößte Bank steht unter enormem Druck: Bis zum 20. Januar muss sie Pläne vorlegen, wie sie eine Kernkapitallücke von mehreren Milliarden Euro schließen will. In der vergangenen Woche hatte die Europäische Bankenaufsicht EBA bei der Commerzbank einen Kapitalbedarf von 5,3 Milliarden Euro festgestellt. Die EBA hatte die Positionen der Bank zum Stichtag 30. September überprüft.

Ein erster kleiner Schritt dazu ist anscheinend erfolgreich verlaufen. Der Commerzbank gelang es, eigene Schulden im Wert von mehr als 1,2 Milliarden Euro zu rund dem halben Preis zurückzukaufen. Rund 640 Millionen Euro legte sie dafür auf den Tisch. Damit sei das Eigenkapital nun um rund 700 Millionen Euro gestärkt worden, hieß es. Die Kapitallücke dürfte damit auf ungefähr 4,6 Milliarden Euro sinken.

Die Gerüchte, dass der Commerzbank-Vorstandschef Martin Blessing deshalb gegen seinen ausdrücklichen Wunsch doch wieder beim Bankenrettungsfonds SoFFin die Hand aufhalten muss, halten sich weiter hartnäckig. Es kommt jedoch auch ein Verkauf der Eurohypo infrage, die viele griechische Staatsanleihen hält. Die EU-Kommission hatte das sogar verlangt, weil die Commerzbank-Staatshilfen angenommen hatte - bisher fand sich dafür jedoch kein Käufer.