München (dapd) l Zwei wegen Bestechung angeklagte ehemalige Topmanager des Anlagenbauers MAN Ferrostaal haben zum Auftakt ihres Prozesses ein Geständnis abgelegt und können jetzt mit einer Bewährungsstrafe rechnen. Das sicherte ihnen das Landgericht München nach einer Absprache mit Staatsanwaltschaft und Verteidigung zu.

Die an eine Investorengruppe verkaufte Ferrostaal müsste nach dieser Absprache 140 Millionen Euro Geldbuße zahlen. Das Urteil wird für nächste Woche erwartet.

Der ehemalige MAN-Ferrostaal-Vorstand Johann-Friedrich Haun und der frühere Prokurist Hans-Dieter M. gaben gestern zu, ab dem Jahr 2000 in Griechenland und Portugal rund 62 Millionen Euro Bestechungsgeld für U-Boot-Aufträge bezahlt zu haben. Haun hatte sich bei dem damaligen griechischen Verteidigungsminister erkundigt, was er gegen ein französisches Konkurrenzangebot tun könne, und der Minister hatte ihm einen Freund als Kontaktmann genannt. Dieser Freund hatte laut Anklage Millionen in bar kassiert, zig weitere Millionen wurden über einen in Griechenland gut vernetzten sogenannten Gebetskreis und mit Hilfe von Briefkastenfirmen an Entscheidungsträger in Griechenland verteilt.