Düsseldorf/Berlin (dpa) l Der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, macht Verbrauchern bei den Strompreisen Hoffnung auf Entlastung. Die Behörde hält die von vielen Versorgern angekündigten Preiserhöhungen beim Strom für zu hoch.

"Bei all den Anbietern, die höhere Kosten für den Stromtransport als Grund für die Preiserhöhung angeben, wird dieser Grund zumindest teilweise wieder entfallen", sagte Kurth der "Wirtschaftswoche". Die Preiserhöhungen hätten dann keinen Bestand. Durch eine von Bundestag geplante Gesetzesänderung könne die Netzagentur bei der Genehmigung der Netzentgelte künftig den Produktivitätsfortschritt der Netzbetreiber berücksichtigen, sagte Kurth. Dies werde zu einer Entlastung der Verbraucher von mehr als einer Milliarde Euro führen.

Ohne das neue Gesetz wären nach Berechnungen der Netzagentur zusätzliche Belastungen von bis zu 2 Milliarden Euro auf die Verbraucher zugekommen. "So dürften die Netzbetreiber nach meinen Schätzungen höchstens noch einen Restbetrag aus der Vergangenheit in Höhe von 500 Millionen Euro auf die Kunden abwälzen", sagte Kurth. Dessen Amtszeit läuft Ende Februar ab. Nachfolger wird der bisherige Berliner Wirtschafts-Staatssekretär Jochen Homann.

Neben den Strompreisen macht Verbrauchern auch der Preistrend beim Gas zu schaffen. Wie die Tageszeitung "Die Welt" unter Berufung auf das Vergleichsportal Check24 berichtet, mussten Gaskunden 2011 im Schnitt sieben Prozent mehr zahlen. "Über 500 der 850 Gasversorger haben an der Preisschraube gedreht." Für Januar/Februar 2012 hätten rund 70 Versorger Erhöhungen angekündigt, im Schnitt um acht Prozent.