In den 33 teilautomatisierten Paketzentren der Deutschen Post DHL bundesweit fahren die Mitarbeiter vor Weihnachten Sonderschichten. Stündlich durchlaufen rund 20000 Sendungen die Paketzentren. 60000 Paketzusteller sind im Einsatz.

Neustrelitz (dapd) l Im Paketzentrum Neustrelitz macht sich am Abend die Abgangsschicht bereit. Abgang stehe für die Pakete, die Mecklenburg-Vorpommern am Abend verlassen werden, sagt Sachbearbeiterin Cornelia Frank. Kurz vor 18 Uhr geht es richtig los. Fast im Minutentakt kommen die Lkw, bis unters Dach voll beladen mit Weihnachtspäckchen. Sie docken an den Rampen des 1994 in Betrieb genommenen Postlogistikzentrums an. Sofort ziehen die Mitarbeiter, unter ihnen viele Frauen, die prall gefüllten Rollbehälter an die Förderbänder.

Cornelia Frank, die vom ersten Tag an hier arbeitet, sagt: "Nie zuvor war so viel los, wie in dieser Weihnachtszeit!" Nebenan wuchtet Viola Keirys im Sekundentakt die Pakete und Päckchen auf das Band. Bis 31,5 Kilogramm schwer dürfen die Sendungen sein. "Nach der Schicht spürst du am ganzen Körper, was du gemacht hast", sagt die 54-Jährige. Dennoch sei die Arbeit heute deutlich einfacher als vor der Inbetriebnahme der vollautomatischen Sortieranlage.

Im Sekundentakt rasen die Päckchen auf dem Band durch einen Scanner. Er erfasst automatisch von allen sechs Seiten die Anschriften und sendet die Daten an den Zentralrechner. Keine sechs Sekunden später erreichen die Pakete die Verteilabteilung eine Etage höher. Wie von Geisterhand heben sich die Kippschalen an den entsprechenden Stellen und übergeben ihre Fracht an die fächerförmig ausgebreiteten Zielbänder.

Mit dem Fahrrad unterwegs zu verklemmten Paketen

Nebenan, in einer verglasten Steuerzentrale, sitzt Techniker Heiko Land und verfolgt das Geschehen an Computern. Manchmal komme es zu einer Störung, weil sich ein Paket etwas verklemme oder sich die Schnüren verhedderten, sagt er. "Dann schwing ich mich aufs Fahrrad und fahr durch die 300 Meter lange Halle dorthin, wo es klemmt."

Es dauert etwa 15 Minuten, bis ein Paket die richtige Abgangsrampe erreicht hat. Am Ausgang "Köln" zum Beispiel packt Ingrid Bartnik die Sendungen wieder in einen angedockten Container. Kurz darauf startet der Lkw zu seiner Nachtfahrt zum Paketzentrum Köln. Täglich bis zu 150000 Sendungen werden derzeit in Neustrelitz bewältigt.

In den bundesweit 33 Paketzentren der Deutschen Post DHL herrscht Hochbetrieb. Täglich würden jetzt mehr als drei Millionen Pakete befördert, sagt Unternehmenssprecher Rolf Schulz. "In der nächsten Woche werden wir die Menge von sechs Millionen Paketen knacken."

Rund 60000 Zusteller in mehreren Tausend Fahrzeugen sorgten dafür, dass die Weihnachtsgeschenke in der Regel schon am nächsten Tag die Adressaten erreichten. Um die Paketflut rechtzeitig an die Kunden zu bringen, legten die Mitarbeiter in den Paketzentren und Zustelldiensten am vierten Adventssonntag bundesweit eine Sonderschicht ein.

Weil immer mehr Menschen inzwischen über das Internet einkaufen, nimmt die Paketflut enorm zu. Seit 2007 wuchsen die Umsätze im DHL-Paketgeschäft pro Jahr um durchschnittlich 3,5 Prozent, im ersten Halbjahr 2011 sogar um zehn Prozent. In Spitzenzeiten müssen deshalb inzwischen die Zustellteams sogar personell verstärkt werden.

In Neustrelitz verlässt gegen 20 Uhr der letzte Lkw das Paketzentrum. Viel Zeit bleibt den 120 Mitarbeitern nicht. Kurz nach Mitternacht docken an den Rampen die ersten Transporter an, die aus den 32 anderen deutschen Paketzentren kommen.

Dann beginnt die Eingangsschicht. Bis zum Morgen werden die Päckchen auf die Zustellbezirke verteilt.