Berlin (dpa) l Wegen der Einführung einheitlicher Tarife für Männer und Frauen ab spätestens Ende 2012 müssen sich die Versicherten in Deutschland nach Branchenangaben auch auf höhere Beiträge einstellen. "Je nach Versicherungsprodukt können sich die Prämien mal für Frauen, mal für Männer erhöhen", sagte Hasso Suliak vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa mit Blick auf eine jüngst veröffentlichte Studie im Auftrag des Branchenverbands.

Hintergrund für diese sogenannten Unisex-Tarife ist eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom März 2011. Derzufolge dürfen sich Versicherungstarife künftig nicht mehr nach dem Geschlecht richten. Bislang berechnen die Unternehmen die Beiträge nach Risikofaktoren, die sie bei Männern und Frauen zum Teil unterschiedlich einschätzen. Weil Frauen durchschnittlich länger leben, müssen sie zum Beispiel in der Rentenversicherung höhere Prämien bezahlen als Männer.

Bereits bestehende Verträge und Tarife sind von der Anpassung ausgenommen. Dies hatte die EU-Kommission in der vergangenen Woche mitgeteilt.