Burg. Der gesprengte Geldautomat am Magdalenenplatz hat das Fass zum Überlaufen gebracht: Burger Stadtratsmitglieder fordern in scharfem Ton zeitnahe Maßnahmen für mehr Sicherheit in der Innenstadt. Sogar Möglichkeiten der Kameraüberwachung werden jetzt geprüft.

"Wir dürfen unsere Stadt nicht den Kriminellen, Randalierern und Chaoten überlassen", appellierte Karin Langner (SPD-Fraktion) auf der jüngsten Stadtratssitzung. Das Thema "Sicherheit" war bereits beim Innenstadt-Workshop kurz vor der Stadtratssitzung hochgekocht. "Die Innenstadthändler haben inzwischen regelrecht Angst davor, was in der kommenden Nacht wieder passiert", berichtete Otto Voigt (SPD-Fraktion).

Nach Schmierereien, Sachbeschädigungen, Taschendiebstählen und Einbrüchen hatte die Kriminalität mit der Sprengung eines Geldautomaten am Magdalenenplatz in der Nacht zum 4. April ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Kurz danach hatte es heftige Kritik aus der Bevölkerung gegeben, dass vielleicht schon eine funktionierende Polleranlage ausgereicht hätte, diese Straftat zu verhindern.

Stadtratsmitglied Otto Voigt mahnt verstärkte Präsenz der Polizei an. "Nur ein Kontaktbeamter, der ab und zu seine Runde dreht - das reicht nicht aus", ist Voigt überzeugt. Und: "Manchmal kommt es so rüber, als ob die Fahrradfahrer, die trotz Verbot in der Fußgängerzone fahren, das größte Problem sind. Da gibt es doch wohl anderes", so Voigt.

Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) konnte bereits auf der Stadtratssitzung mitteilen, dass er Kontakt zum Leiter des Polizeireviers Jerichower Land, Dietmar Schellbach, aufgenommen hat, um die Frage zu klären, ob eine teilweise Kameraüberwachung der Schartauer Straße rechtlich möglich ist. "Wenn es dafür grünes Licht gibt, kann ich mir durchaus vorstellen, dass die Stadt Burg die Finanzierung der Kameras übernimmt", so Rehbaum. Denn das wäre möglicherweise günstiger, als die fortwährende Reparatur zerstörter Bänke und die Beseitigung anderer Vandalismusschäden.

Unabhängig von einer möglichen Kameraüberwachung will Rehbaum die Bäume und Sträucher auf dem Magdalenenplatz stutzen lassen, um "mehr Einsicht" zu erreichen. Auch eine Reparatur der Polleranlage wurde beauftragt. "Über kurz oder lang werden wir aber 40 000 Euro in eine neue Polleranlage investieren müssen", so der Bürgermeister, der nicht nur in der Innenstadt mehr Sicherheit erreichen will, sondern auch im Industrie- und Gewerbepark (IGP) - in Zusammenarbeit mit Polizei und Unternehmerverein BIG. "Dort wird wegen der Größe des Geländes eine Kameraüberwachung schwer möglich sein, wir setzen im IGP auf mehr Polizeipräsenz und andere Maßnahmen", so Rehbaum. Polizeichef Schellbach wird auf jeden Fall Gast sein, wenn die BIG-Mitglieder das nächste Mal zusammenkommen.

Zur möglichen Kameraüberwachung in der Burger Innenstadt sagte Dietmar Schellbach gestern der Volksstimme, dass er dem Burger Bürgermeister zugesagt habe, die rechtlichen Möglichkeiten zu prüfen. Diese Prüfung laufe noch. Schnellbach wies darauf hin, dass für eine Kameraüberwachung im öffentlichen Bereich hohe Hürden gesetzt seien.

Wäre eine teilweise Kameraüberwachung der Burger Fußgängerzone sinnvoll? Würde man dadurch potenzielle Straftäter abschrecken? Schreiben Sie Ihre Meinung an steffen.reichel@volksstimme.de oder rufen Sie am Freitag zwischen 11 und 11.30 Uhr unter (0 39 21) 45 64 36 an.