Burg (re) l Der bekannte Burger Verhaltensforscher Dr. Heinz Meynhardt (1935 bis 1989) wäre am morgigen Sonntag 78 Jahre alt geworden. Joachim Deter (73), der Meynhardt bei seinen Schwarzwild-Forschungen oft unterstützte, erinnert aus diesem Anlass daran, dass sich Meynhardts "Tierliebe" und Forschungen nicht nur auf Wildschweine erstreckten. "So hatte Heinz eine Nymphensittichzucht", erinnert sich Joachim Deter. Später züchtete Meynhardt Bullterrier und war im Burger Hundesportverein aktiv. Noch gut erinnert sich Joachim Deter an Bullterrier "Buffy". Deter: "Der muss ein außergewöhnliches Exemplar seiner Rasse gewesen sein, denn Buffy wurde Weltsieger bei einer Hundeschau in Ungarn."

Später bekamen dann aber die Wildschweine die ganze Aufmerksamkeit Heinz Meynhardts - und Joachim Deter war unter anderem als "Toningenieur" gefragt, als es die "Sprache" der Schwarzkittel zu erforschen galt. Ein Bild in einem der vielen Meynhardt-Bücher zeigt Deter mit Mikrofon in der Hand und Tonbandgerät über der Schulter. Auch als Kameramann fungierte Deter im Auftrag Meynhardts.

"Der ungewöhnlichste Einsatz war wohl, als ich im Zuge der Forschungen von Heinz Meynhardt künstlich hergestellte Pheromone mit einem Haarlack-Zerstäuber im Revier verteilte", erinnert sich Joachim Deter.

Dr. Heinz Meynhardt erforschte seine Wildschweine für das Institut für Forstwirtschaft in Eberswalde und das Forschungszentrum für Tierproduktion der Akademie der Wissenschaften der DDR in Dummerstorf. Er schrieb Bücher, hielt Vorträge im In- und Ausland und drehte Filme - nicht nur über Wildschweine, auch über andere heimische Tierarten oder seine Expeditionen, unter anderem nach Afrika und Australien.

Für Eberswalde untersuchte Meynhardt auch die immer wieder auftretenden schwarz-weißen Wildschweine. "Natürlich ist es ein Mythos, dass ein Hausschwein daran beteiligt ist", so Deter. Vielmehr handele es sich um genetische Mutationen, die auch in Meynhardts Rotten auftauchten. Deter: "Aber nicht in jeder Generation." Und man fand heraus: Schwarz-weiße Keiler haben zwar ein schwächeres Gebrech, aber ein stärkeres Wildbret.