Innenminister Holger Stahlknecht wird am 26. August in Genthin als erster Gemeinde des Landes den Sachsen-Anhalt-Melder scharf stellen. Das Projekt soll eine Hilfe für den Bürger sein und die Verwaltung entlasten. Für die Stadt ist die Einführung des Systems gratis.

Burg/Genthin l Liegt irgendwo Müll auf der Straße? Ist der Kanal an einer Stelle kaputt? Hat sich ein Schlagloch auf einer Straße gebildet? Diese und viele andere Fragen sollen in Zukunft in der Stadt Genthin für den Bürger einfacher zu stellen und für die Verwaltung einfacher zu beantworten sein. Die Stadt hat ihre Teilnahme als Pilot am Projekt des Landes "Sag\'s uns einfach: Der Sachsen-Anhalt-Melder" erklärt. Am 26. August um 18 Uhr wird Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) persönlich den Dienst "Sag\'s uns einfach: Stadt Genthin" freischalten.

Als erste Kommune in Sachsen-Anhalt nutzt Genthin das vom Land zur Verfügung gestellte System. "Dadurch sind wir für den Bürger ein ständiger Ansprechpartner", sagt Bürgermeister Thomas Barz und fügt an: "Es optimiert Verwaltungsabläufe, wir erreichen dadurch eine höhere Qualität der Meldungen und Doppelungen werden vermieden." Der Dienst werde sowohl für die klassische Internetnutzung als auch für mobile Endgeräte optimiert zur Verfügung stehen, so Barz. Gestern gab es eine entsprechende Schulung für die Mitarbeiter der Verwaltung.

Rückmeldungen kommen per E-Mail

Dabei können die Bürger im Internet ihr Problem einer Kategorie zuordnen, dazu etwas schreiben, Bilder hochladen und die Stelle des Problems auf einer Karte markieren. In der Verwaltung wird jede Meldung als normaler Posteingang verbucht. Die Bürger selbst kann über ein Ampelsystem (rot-noch nicht bearbeitet, gelb-in Bearbeitung, grün-bearbeitet) selbst verfolgen, wie der Stand der Problembearbeitung ist. "Dadurch machen wir einen großen Qualitätssprung in unserer Arbeit. Zudem kann der Verwaltung nichts mehr wegrutschen", sagt Barz. Über das Geodatensystem sei ein viel genaueres Arbeiten seitens der Verwaltung möglich, so der Bürgermeister. Wenn man eine Meldung über das System macht, ist der Nachname die einzige zwingende Angabe. Hinterlässt man zusätzlich noch die eigene E-Mail-Adresse bekommt man eine Rückmeldung, sobald das Problem bearbeitet ist.

Das Projekt komplettiere als weiteren Dienst den Warenkorb der durch das Land für seine Kommunen bereitgestellten Web-Anwendungen, heißt es aus dem Innenministerium. "Die Transparenz des Verwaltungshandelns wird gestärkt. Eingeleitete Aktionen lassen sich kommunizieren", sagt die stellvertretende Pressesprecherin Pia Leson. Genthin bleibt vorerst die einzige Kommune, die den Sachsen-Anhalt-Melder testen wird. "Bis Jahresende befinden wir uns noch in der Pilotphase. Nach der Stadt Genthin wird in den nächsten Wochen auch die Stadt Halle den Dienst für seine Bürger freischalten", informiert die Pressesprecherin. Die Landeshauptstadt Magdeburg habe allerdings bereits Interesse an einer Nutzung des Dienstes bekundet", informiert Leson.

Das System ist auf lange Sicht angelegt. Vierteljährlich soll es in der Verwaltung ein Qualitätsmanagement geben. Nach einem Jahr wird das Projekt dann ausgewertet. "Wir freuen uns darauf, und ich bin mir ganz sicher, dass es auch von den Bürgern sehr gut angenommen wird", blickt Barz bereits voraus.

Somit startet die Stadt Genthin im August "mit zwei für die Zukunft unserer Stadt wichtigen Projekten gleichzeitig. Der e-Stadtrat (papierlose Ratsarbeit) und ¿Sag\'s uns einfach: Stadt Genthin"\', fasst der Bürgermeister zusammen.