Burg l "Der Standort Burg ist glücklicherweise vom Hochwasser verschont geblieben, aber selbstverständlich fühlen wir uns mit der Region verbunden und helfen, wo wir können." Das sagte jetzt Götz Herold, Bereichsleiter Papier und Prokurist der Firma Propapier, angesiedelt im Gewerbegebiet der Kreisstadt. Anlass der Äußerung war die Übergabe einer Spende von 10 000 Euro an den AWO-Landesverband Sachsen-Anhalt. Wenn auch Burg von der Flut verschont blieb, gab es zehn Mitarbeiter von Pro Papier, die in elbnahen Orten wohnen und Angst um ihr Hab und Gut haben mussten. "Sie hatten wir selbstverständlich von der Arbeit freigestellt, damit sie ihre Grundstücke und Häuser vor dem drohenden Hochwasser sichern konnten", erzählt Herold, der in Lostau wohnt, also weiß, was Furcht vor möglichen Überschwemmungen heißt. "Zum Glück war keiner meiner Kolleginnen und Kollegen von dem Elbehochwasser unmittelbar betroffen", fügte Herold hinzu.

Propapier gehört zur Progroup AG, die sich auf die Produktion von Wellpappenrohpapieren und Wellpappenformaten spezialisiert hat. Neben dem Standort Burg existiert ein nächster in Eisenhüttenstadt, zuzüglich weitere 13 in europäischen Nachbarländern.

Ralf Birkenfeld, Christiane Theuerkauf und Steffi Schünemann-Burgatzki von der AWO zeigten sich bei der symbolischen Scheckübergabe sehr erfreut. Die 10 000 Euro werden in den großen Hilfetopf des Bündnisses Deutscher Hilfsorganisationen fließen. Ihm gehören unter anderem der Arbeiter-Samariter-Bund, die Johanniter, die Malteser und eben auch die AWO an. Gemeinsam hatten sie die Aktion "Deutschland hilft" ins Leben gerufen.

Die Landes-AWO ihrerseits brachte als Variante der Flutopferhilfe ab dem 15. Juli eine mobile Sozialberatung in die betroffenen Orte auf den Weg. Bestehen soll sie bis Anfang kommenden Jahres. Zwei AWO-Mitarbeiter, die seit Mitte Juli für die Beratung unterwegs sind, sind Ralf Birkenfeld und Christiane Theuerkauf.

"Unterwegs waren wir von Breitenhagen, Groß Rosenburg, Jerichow bis auf Höhe Altmark. Also vom Elbe-Saale-Winkel bis in den Norden unseres Bundeslandes. Es war tragisch, immer wieder von Flutopfern zu erfahren, welche Nöte und Ängste sie überstehen mussten. Deshalb sind wir über jede Spende froh, ist sie noch so klein. Denn mit dem Geld können wir die Betroffenen wenigstens etwas unterstützen", meinte Birkenfeld.

Es ist nicht nur Geld, was die mobilen Berater vor Ort bringen. "Wichtig ist für die Opfer im gleichen Maße unser Angebot, mit ihnen über Versicherungsfragen zu sprechen, sie über Arbeitsrecht zu informieren und Sozialberatung zu leisten", gibt Ralf Birkenfeld zur Auskunft. Der AWO-Landesverband Sachsen-Anhalt gewährt zudem in diesen Tagen Haushaltsbeihilfen für Hochwasserbetroffene und in besonderen Härtefällen auch Hilfen, die Notsituationen bewältigen zu können.

Es seien anrührende Schicksale gewesen, mit denen er und seine Kollegin von Ort zu Ort zu tun hatten. Da war zum Beispiel ein Rentnerehepaar in Breitenhagen, das den herzkranken Enkel pflegt und betreut und dem in Folge der Flut das Haus sehr beschädigt wurde. Sie mussten nach Calbe umziehen und benötigten dringend die Unterstützung der mobilen AWO-Beratung, wie Birkenfeld und Theuerkauf schnell feststellen konnten.