Seit einem halben Jahr hat Gommern mit Steffen Grafe einen Wegewart. Er beobachtet die Wanderwege in der Einheitsgemeinde und meldet Störungen, außerdem kartografiert er die Hinweisschilder. Seine erste Bilanz hat er nun fertiggestellt.

Gommern l "Vier Minuten", sagt Wegwart Steffen Grafe nicht ganz ohne Stolz, als er das Fahrrad eines kleinen Jungen repariert hatte. An dessen Fahrrad hatte sich just in dem Moment die Kette verklemmt, als er an der Radlergruppe vorbeifuhr, die sich gestern von Wegewart Grafe führen ließ. Dankbar radelte der kleine Junge weiter und Grafe verstaute sein Werkzeug, dass er ebenso ständig mit sich führt, wie seine Unterlagen.

Diese zeigte er gestern Ralf Fröhlich vom Tourismusarbeitskreis des Stadtfördervereins "Wir für Gommern", Konrad Zahn, Vorsitzender des Vereins und Steffen Trost, Vorstandsmitglied der Volksbank, welche das Schilderprojekt des Stadtfördervereins maßgeblich unterstützt. "Ich fand das Projekt immer gut und wollte mir nun einmal detailliert ansehen, wie es umgesetzt wird", erklärte Trost. Konrad Zahn ergänzte: "Da wir nun einen Wegewart haben, mit dem wir eng zusammen arbeiten, lassen wir uns von ihm führen."

Der hatte nicht nur eine Strecke herausgesucht, sondern auch die Statistiken über das erste Halbjahr seines Wirkens dabei.

Das Ziel der Schilderaktion sei es, Radtouristen in die Einheitsgemeinde zu locken, erzählte Ralf Fröhlich. Daher stellen die Mitglieder schon seit mehreren Jahren Schilder entlang der Rad- und Wanderwege auf, die auf die Dörfer der Einheitsgemeinde verweisen. Durch Wegewart Steffen Grafe haben sie nun tatkräftige Unterstützung bekommen. Es sei eine typische Aufgabe dieses Ehrenamtes, Hinweise zu einer guten Beschilderung zu geben. "Zudem fahre ich die Wege regelmäßig ab und kann so Gefahrenquellen erkennen, beispielsweise wenn ein Baum den Weg versperrt. Das melde ich dann weiter und die Stadt kann es beheben", erklärte er seine Aufgabe. Außerdem bietet er kostenfreie Führungen an. 153 Hinweisschilder habe er gezählt und nummeriert, erklärte der Wegewart. Sie sind an insgesamt 42 Pfosten, die eigens dazu aufgestellt worden, angebracht. "Die derzeitige Länge der so ausgeschilderten Wege beträgt 218 Kilometer", zeigte der Wegewart in seinen Statistiken. Fast täglich sei er auf der Strecke unterwegs, zweimal im Jahr habe er sich komplett befahren, erzählte er.

Dabei habe er im ersten Halbjahr seines Wirkens auch festgestellt, dass 13 Hinweisschilder in der Einheitsgemeinde, und acht außerhalb der Einheitsgemeinde - es stehen auch Schilder in Pretzien und sogar Pechau - beschädigt oder gestohlen worden. "Diese wurden ersetzt oder an einen anderen Ort angebracht", erklärte er dazu. "Gegenwärtig werden neue Schilder angebracht, die auf die Stadtinformation verweisen", erzählte Konrad Zahn. Denn den Vereinsmitgliedern wäre es am liebsten, wenn nicht nur die Orte, sondern auch Einrichtungen wie zum Beispiel Restaurants oder Hotels ausgeschildert werden könnten. "Allerdings sollten die Gewerbetreibenden das dann auch selbst bezahlen", meinte er. Bislang sei dazu kaum einer bereit, meinte er.

Für Vorstandsmitglied Steffen Trost stand bei dem Ausflug fest: "Es ist eine unterstützenswerte Sache, die wir gern weiter begleiten."