Lieber Betonstreifen als gar kein Weg. Das ist nun die Devise für den Ausbau des ländlichen Weges von Körbelitz zur ehemaligen Gärtnerei an der Bundesstraße 1.

Körbelitz l Das Projekt, für den sich die Körbelitzer und die Gemeindeverwaltung seit über einem Jahr stark machen, ist jüngst erneut Thema der Körbelitzer Ratssitzung gewesen. Ortsbürgermeister Eckhard Brandt vermittelte den Ortschaftsräten den aktuellen Stand der Dinge.

Die Gemeinde hat sich jetzt damit abgefunden, dass dieser Weg nicht als Asphaltstraße gebaut wird wie einst der Weg zwischen Lostau und Möser. In zwei Instanzen ist verfügt worden, dass eine solche Bauweise aus Naturschutzgründen nicht zulässig sei. Nur Betonstreifen kämen in Frage. Nun soll der Förderantrag dementsprechend abgeändert werden, damit schnellstens eine Bescheiderteilung möglich wird.

Die Angelegenheit des geplanten Wegeausbaus scheint so langwierig zu werden wie die in Möser.

Vor mehr als einem Jahr eingereichte Planungen zum Ausbau mit Asphalt sind zunächst von der Unteren Naturschutzbehörde abgelehnt worden. Im Areal lebende Tiere, vor allem wirbellose, würden gefährdet, wenn sie im Sommer die breite, aufgeheizte Trasse queren wollen. Zugestimmt wurde lediglich zwei Betonspuren.

Dagegen legte die Gemeinde Widerspruch ein und bot verschiedene Ausgleichsmaßnahmen an, um der Natur zu dienen. Zum einen wurde der Einbau von Röhren für die Tiere angeboten. Zum anderen eine Teichentschlammung in Körbelitz. Das war Ende 2012.

Die Entscheidung über den Widerspruch oblag nun dem Landesverwaltungsamt. Mitte August ist die Entscheidung den beteiligten Parteien in einem zehn Seiten umfassenden Schreiben mitgeteilt worden. Fazit: keine Asphaltstraße, sondern zwei Betonspuren.

Ärgerlich ist, dass diese Bauausführung die Kosten in die Höhe treibt und zusätzlich weit pflegeintensiver ist. Für die 1,8 Kilometer Asphalttrasse sind Baukosten von 305 000 Euro geschätzt und im Förderantrag so beziffert worden. Die Beton- streifen sind rund 130 000 Euro teurer. Zusätzlich muss der Aufwuchs gemäht werden. Andere solche Wege belegen, dass sich Mittelstreifen schnell ausgefahren wird.

Die Gemeinde hat dennoch eine solche Bauweise akzeptiert und beim Landkreis eine naturschutzrechtliche Eingriffsgenehmigung beantragt. Die soll am 3. September auf dem Schreibtisch des Verantwortlichen liegen.