Der Niegripper Ortsbürgermeister Karl-Heinz Summa hat vor dem Stadtrat den Ersatzneubau der Kita "Deichblick" und die grundhafte Sanierung der Feldstraße gefordert. Zugleich mahnte er, die Ortschaften nicht zu vergessen.

Burg l Summa ist kein Stadtrat, hat aber als Ortsbürgermeister laut Gemeindeordnung das Recht, auf Stadtratssitzungen auch Anträge zu stellen, die sich auf die Ortschaft beziehen. Davon machte er auf Beschluss des Ortschaftsrates erstmalig Gebrauch - mit zwei konkreten Forderungen, die so neu gar nicht sind, "aber bisher keine Beachtung fanden". Am dringendsten, so Summa, sei der Ersatzneubau der örtlichen Kita "Deichblick".

Der bauliche Zustand des mit kleinen Räumen ausgestatteten Gebäudes verschlechtere sich von Jahr zu Jahr, zugleich sei aber der Bedarf an Betreuungsplätzen unvermindert hoch. Das zeige schon der aktuelle Auslastungsrad von 111 Prozent. 40 Kinder werden in der Einrichtung umsorgt. "Schauen wir uns die Prognose bis 2035 an, haben wir dort noch einen Auslastungsgrad von 80 Prozent nur durch Niegripper Kinder", blickt der Ortsbürgermeister voraus. Außerdem sei die Trennung zwischen Kita in der Deichstraße und dem Hort an der Grundschule für die pädagogische Arbeit und Organisation ein Hemmnis.

Darüber hinaus könne die Elbortschaft auch auf eine konstant steigende Einwohnerzahl verweisen. "In diesem Jahr gab es schon sechs Geburten. Der demographische Wandel, der häufig bemüht wird, greift in Niegripp nicht. Wir sind ein Ort mit Wachstumspotenzial." Derzeit leben 1044 Einwohner im Dorf.

Handlungsbedarf sehen die Niegripper auch beim Straßenbau. "Seit 2009 ist keine Straße mehr ausgebaut worden", begründet Summa. Die Sanierung der desolaten Feldstraße, möglicherweise in zwei Abschnitten mit Beginn 2014, sei unumgänglich.

Mit klaren Worten hat der Niegripper Ortschef den Stadtrat angesichts der Kommunalwahlen im kommenden Jahr ins Stammbuch geschrieben, "mehr Präsenz und Interesse" zu zeigen und über "den Kernstadtteller hinaus zu schauen". Die Sätze kämen nicht von ungefähr: Bereits im vergangenen Jahr hat der Ortschef in einem Brief an die Fraktionsvorsitzenden des Stadtrates auf die Situation der Kita aufmerksam gemacht. "Die Resonanz darauf war leider gleich Null. Es gab nicht mal eine Nachfrage oder ein Gesprächsangebot."