Knapp 600 Kilometer im Sattel nehmen die knapp 30 Teilnehmer der "Radtour pro Organspende" für den guten Zweck in Kauf. Burg war die fünfte Station der Fahrt.

Burg l Auf ihrem Weg von Berlin nach Bad Oeynhausen machten die Radler am Montag einen Zwischenstopp in der Helios Klinik Jerichower Land. Die Teilnehmer der Tour sind sportlich aktive Menschen mit einem transplantierten Organ oder Dialysepatienten.

Klinikgeschäftsführerin Jana Uhlig und Dr. med. Rainer Honkisch, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin sowie Transplantationsbeauftragter des Hauses, sowie Auszubildende begrüßten die Gäste in der Burger Klinik.

Schirmherr der neunten Auflage der Tour ist Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU). Mit der Aktion will der "TransDia-Sport Deutschland e.V." auf das Thema Organspende aufmerksam machen und den Beschäftigen der so genannten Entnahmekrankenhäuser, wie zum Beispiel Burg, danken. Des Weiteren soll die Aktion zeigen, dass sich auch Menschen mit einem transplantierten Organ sportlich betätigen können und sollen, obwohl dies nicht unbedingt vom Arzt verschrieben wird.

Nach den Organspende-skandalen der letzten Jahre in deutschen Krankenhäusern ging die Zahl der Spender drastisch zurück. An jedem Tag sterben nach Informationen von "TransDia" im Durchschnitt vier Patienten auf der Warteliste für Transplantationen. "Allein wegen des Spenderrückgangs in den letzten Jahren sind zwischen 300 und 400 Patienten mehr gestorben", sagte Mitorganisator Peter Kreilkamp, der selbst ein Dialysepatient ist und seit sechs Jahren auf eine Niere wartet. Insgesamt hoffen in Deutschland etwa 10 600 Menschen auf ein neues Organ.

Vertrauen fehlt noch

Zwar seien die technischen Voraussetzungen der deutschen Kliniken großartig, jedoch fehle in Teilen der deutschen Bevölkerung das Vertrauen in die Transplantationschirugie, hieß es. Verständlich, wenn in der Göttinger Uni-Klinik zweifelhafte Operationen durchgeführt wurden oder wenn in Regensburg jordanische Patienten auf einer europäischen Transplantationsliste auftauchten, sagten die Akteure.

Bei einer kurzen Ansprache lobte Dr. med. Rainer Honkisch die Aktion der Männer und Frauen und erinnerte daran, dass jeder mit Organspendeausweis irgendwann zum Lebensretter wird. "Organspende und Organtransplantation sind wichtige, aber auch äußerst sensible humanitäre Aufgaben. Wenn zum Beispiel nach einem schweren Unfall bei einem Patienten der Tod eingetreten ist und aus medizinischer sowie rechtlicher Sicht alle Voraussetzungen für eine Organspende gegeben sind, stehen die Angehörigen immer vor einer äußerst schweren Entscheidung. Umso wichtiger ist es zu sehen, wie ein gespendetes Organ einem anderen Menschen helfen kann, weiter zu leben. Die Teilnehmer der Radtour pro Organspende bekräftigen dies auf beeindruckende Weise", erklärte Dr. med. Honkisch.

Staatlich gefördert wird die Aktion des "TransDia-Sport e.V." nicht. Sponsoren fand die Aktion nur durch persönliche Kontakte. Unterstützung erhalten jedoch Teilnehmer der "World Transplate Games", einer Olympiade für Menschen mit einem transplantierten Organ, wie zum Beispiel die 65-jährige Gudrun Manuwald-Seemüller. Sie gehört zu den Top-Sportlern in ihrer Altersklasse und gewann bereits mehrere Medaillen.

Peter Kreilkamp überreichte den Verantwortlichen der Helios Klinik Jerichower Land als Dank ein Foto von der Radtour pro Organspende im letzten Jahr. Nach einer Ruhepause und Stärkung in der Cafeteria machten sich die Tourteilnehmer wieder auf den Weg.