Im Februar hat der Burger Stadtrat eine neue Friedhofssatzung auf den Weg gebracht und hat damit auch dem Wunsch nach neuen Grabarten entsprochen. Zugleich sollten auch die Einnahmen erhöht werden. Fünf Monate danach wird deutlich, dass vor allem Baumgrabstätten nachgefragt werden.

Burg. Waren noch vor Jahren und Jahrzehnten große Familiengrabstätten geradezu eine Selbstverständlichkeit, sind sie heute die Ausnahme. Die Gründe dafür sind vielfältig: Kinder oder Enkelkinder ziehen den Arbeitsplätzen hinterher; die Zeit, Grabstätten intensiv zu pflegen und mehrmals im Jahr zu bepflanzen, ist oftmals gar nicht vorhanden. Hinzu kommen finanzielle Aspekte. Immer mehr entscheiden sich deshalb für Urnenbestattungen - in Burg wie überhaupt deutschlandweit. Kommunen, die ausreichend Friedhofsflächen zur Verfügung haben, gehen deshalb neue Wege. Der Burger Stadtrat entschied sich deshalb für Baumgrabstätten, eine Erdgemeinschaftsanlage und lotete auch die Möglichkeiten von Tierbestattungen aus.

Beim genauen Hinsehen fallen bei einem Spaziergang über den Ostfriedhof blaue und rote Schilder an stattlichen Bäumen ins Auge. Sie zeigen, welche Art der Beisetzung möglich ist. Während die Partnerbäume (rot) für die Urnen der Ehepartner und zusätzlich zwei Urnen reserviert sind, werden an Gemeinschaftsbäumen (blau) acht Urnen in die Erde gelassen. Im Umfeld der Baumgrabstätte können kleine Grabtafeln oberflächengleich eingelegt werden. "So haben die Angehörigen einen konkreten Ort zum Trauern", sagt Liane Ziemert von der Friedhofsverwaltung. Vier Gemeinschaftsbäume und ein Partnerbäume sind bereits mit solchen Plaketten versehen. Und die Nachfrage sei groß. Doch es stünden genügend Bäume auf dem rund 14 Hektar großen Friedhof zur Verfügung, versichert Liane Ziemert. Immerhin hat der Stadtrat auch den Beschluss gefasst, den westlichen Friedhofsteil (Alter Teil), der einer parkähnlichen Landschaft gleicht, wieder für Beerdigungen freizugeben.

Auch die Möglichkeit einer Bestattung in einer Erdgemeinschaftsanlage (mit Namenskennzeichnung) wurde zweimal genutzt, so Liane Ziemert. Hierbei handelt es sich um Sargbestattungen.

Offen ist derzeit noch, wann ein kleiner Teil des Friedhofes für Tierbeisetzungen ausgewiesen wird. "Hier werden derzeit noch die Interessen abgewogen", so die städtische Mitarbeiterin. Nach einer Umfrage der Volksstimme und einer gesonderten Befragung durch die Verwaltung war die Resonanz überwiegend positiv.

 

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