Aufgabenstellungen erklären, Mitschülern helfen und Verantwortung übernehmen: In der Stern-Werkstatt der Klasse 2b der Grundschule in Gommern sind die Schüler während eines Projektes die Chefs.

Gommern l 20 verschiedene Aufgaben hatten die Jungen und Mädchen der Klasse 2b während der vergangenen Woche im Unterricht zu absolvieren. Doch anders als die regulären Schulstunden in den Fächern Deutsche, Mathematik und Sachunterricht war nicht Klassenlehrerin Beate Misch Ansprechpartnerin bei Fragen und Problemen, sondern die Schüler selbst.

"Jeder hat eine Aufgabe, die er als kleiner Chef betreut", erläutert Beate Misch. Stern-Werkstatt heißt das Projekt, das von der bekannten Kinderbuchserie "Lauras Stern" von Klaus Baumgart inspiriert wurde. Im Mittelpunkt der Geschichten steht die einsame siebenjährige Laura, die einen verletzten Stern findet. Sie nimmt ihn auf und erlebt mit ihm fortan viele abwechslungsreiche Abenteuer.

Genau so vielseitig gestalteten sich die Stunden, die die Grundschüler während der Werkstatt verbrachten. Vordergründig galt es, die einzelnen Arbeitsanweisungen und Aufgabenblätter innerhalb der 20 Stationen zu lösen. Wobei jeweils ein Schüler dafür verantwortlich war, die Aufgabe zu erklären, Fragen zu beantworten und Hilfestellungen zu geben. "Auf diese Art und Weise kommen die Schüler miteinander ins Gespräch, üben den richtigen Ausdruck bei ihren Erklärungen und übernehmen Verantwortung", erläutert Beate Misch. Zudem sei die Stern-Werkstatt eine gute Wiederholungseinheit der Fächer Mathematik, Deutsch und Sachkunde.

Darum machten sich die Jungen und Mädchen beim Schreiben, Rechnen, Lesen, Basten und Malen eher weniger Gedanken. "Wir sortieren Verben, Adjektive und Substantive in die richtige Reihe", sagte Laura Markmann aus Dannigkow. Die Achtjährige war Chef dieser Aufgabe. Schulkameradin Jette Koczak gab als Aufgabenleiterin Lukas Ahrendt Tipps beim Nähen. "Ich habe noch nie genäht und probiere mich jetzt an einem Stern", deutete der Siebenjährige auf den Stoff vor sich. Er habe als Junge kein Problem damit, Nadel und Faden in die Hand zu nehmen. "Das macht sogar Spaß", so der Grundschüler mit einem Lächeln. Und sollte ein Chef mal nicht weiter wissen, sprang Klassenlehrerin Beate Misch ein.

Nach und nach füllten sich die Tafel und die Wände der Schränke mit vielen kleinen Sternen, die während der Aufgaben entstanden. Da die Schüler während der Woche gut mitgearbeitet und die Stern-Werkstatt schneller absolvierten als geplant, folgte zum Abschluss die Vorführung der Verfilmung von Lauras Stern. "Laura sieht ganz anders aus, als ich sie mir beim Lesen vorgestellt habe", stellte Amy Vonend fest.

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