Gabriele Arndt-Robra ist am Sonnabend als Leiterin des Gemischten Chores Gommern verabschiedet worden. 16 Jahre war sie für die Sänger verantwortlich.

Gommern l Ruhig und gelassen gibt sie ihre Anweisungen. "Die Wiederholung lauter", sagt sie. Und: "Gut - und jetzt die zweite Strophe auf englisch." Noch 20 Minuten sind es bis zum Weihnachtskonzert des Gemischten Chores Gommern in der katho-lischen Kirche. Das Warmsingen im Gemeinderaum ist in vollem Gange. Es wird das letzte Konzert sein, dass Gabriele Arndt-Robra als Leiterin des Chores begleiten wird.

Stücke aus dem gleich folgenden Programm werden angesungen, anschließend die Stimmen buchstäblich geölt. "Mit Tee", wie es heißt. "Eins, zwei, drei, vier ... und!", zählt Gabriele Arndt-Robra ein. Noch zehn Minuten bis zum Beginn. Wie es wohl in ihrer Gefühlswelt aussehen mag? "Das wird sicherlich eines meiner schwersten Konzerte von der Gefühlslage her", deutet sie an. Natürlich schwingt in diesem Augenblick eine große Portion Wehmut mit.

Seit 1995 hat sie die Leitung des gemischten Chores, dem derzeit 17 Frauen und 6 Männer angehören, inne. Die Gründe für den Abschied? Gesundheitliche und private. "Seit 16 Jahren bin ich immer in der Adventszeit unterwegs, mein Mann auch. Es geht auch darum, etwas mehr Zeit zu haben. Deshalb gebe ich den Chor schweren Herzens ab", so die Lehrerin. "So, alle nochmal lösen und dann stellen wir uns auf", weist sie an. Noch fünf Minuten bis zum Auftritt.

Ein neuer Leiter für den 1958 gegründeten Chor ist mit Matthias Rickmann aus Pretzien gefunden, sagt Elke Lippmann vom Chorvorstand. Was fehle, sei der Nachwuchs. "Es wäre toll, wenn sich Interessierte finden, die bei uns mitsingen möchten", sagt sie, bevor sie in Richtung Orgel schreitet und das Konzert eröffnet. Lea Kirsch stellt sich den Zuhörern an der Harfe vor und wird für ihr Spiel wie die Sänger mit viel Applaus bedacht. Der lauteste und längste Beifall an diesem Tag gebührt aber der scheidenden Chorleiterin Gabriele Arndt-Robra.