Die 18 Vertreter aus den Städten Burg und Möckern sowie aus der Gemeinde Möser wählten am Montagabend den Burger Bürgermeister Jörg Rehbaum zum neuen ehrenamtlichen Geschäftsführer des Wasserverbandes Burg.

Burg l Gleichzeitig wurde die Theeßener Ortsbürgermeisterin Ellen Sommerfeldt zur Vorsitzenden der Verbandsversammlung gewählt. Stellvertretender Vorsitzender der Verbandsversammlung bleibt der Schartauer Ortsbürgermeister Dr. Hans-Horst Borg. Mit der Wahl einer Vorsitzenden, die kein Vertreter der Stadt Burg ist, soll ein neues Kapitel in der Zusammenarbeit der Vertreter aus den drei Kommunen aufgeschlagen werden.

Denn bisher ist die Verbandsversammlung in vielen Fragen heillos zerstritten. Nicht einmal innerhalb der Reihen der Vertreter der Stadt Burg gelingt es immer, Einigkeit zu erzielen, weshalb Vertreter bei Abstimmungen häufig den Saal verlassen, was auf Gäste der Verbandsversammlungen immer wieder befremdlich wirkt.

Rehbaum folgt als Wasserverbands-Geschäftsführer auf den Möckeraner Bürgermeister Frank von Holly, der die Funktion ein Jahr inne hatte. Zum Abschied von Frank von Holly sagte Rehbaum, dass dieser die Geschäfte vor einem Jahr in einer für den Verband "fast ausweglosen Situation" übernommen hatte. "Viele Akten haben wir bis heute nicht gefunden", charakterisierte von Holly den Zustand, der unter seinem Vorgänger im Verband geherrscht hatte. "Aber es konnte viel geschafft werden", dankte von Holly ausdrücklich seinen beiden Mitarbeitern Cornelia Totzke und Harald Zimmer.

Dieser Konsolidierungsprozess wurde mit den Entscheidungen der Verbandsversammlung am Montag fortgesetzt. "Die Vergangenheit darf uns nicht lähmen", so Rehbaum, der 2011 als Vorsitzender der Verbandsversammlung eng mit von Holly zusammengearbeitet hat. Die Mitglieder der Verbandsversammlung bestätigten mehrheitlich den Jahresabschluss 2010 und entlasteten damit auch den früheren Verbandsgeschäftsführer (bis 31. Dezember 2010) Sebastian Jungnickel, obwohl insbesondere hinter Beraterleistungen in Höhe von 700 000 Euro im Jahr 2010 noch viele Fragezeichen stehen.

Der beauftragte Wirtschaftsprüfer hatte auf Nachfrage aus der Verbandsversammlung ausgeführt, dass ihm aus seiner Tätigkeit kein anderer Zweckverband dieser Größe bekannt sei, der so viel Geld für Beraterleistungen ausgegeben hat. Dass der bis 2010 tätige Geschäftsführer seine Kompetenzen überschritten habe, in dem er an der Verbandsversammlung vorbei Geld ausgegeben habe, daran ließ der Wirtschaftsprüfer keinen Zweifel. Es sei Sache des Verbandes, in einzelnen Punkten eventuell rechtlich dagegen vorzugehen. Die Tendenz im Verband geht aber augenscheinlich in die Richtung, die Sache auf sich beruhen zu lassen.

Ein weiterer Beratungspunkt war der Wirtschaftsplan 2012. Mit dem Beschluss machte die Verbandsversammlung den Wasserverband für das nächste Jahr handlungsfähig. Eine bittere Pille für die beteiligten Kommunen ist aber die notwendige Umlage in Höhe von 157 000 Euro. Das reißt allein in den Haushalt der Stadt Burg ein neues Loch in Höhe von 140 000 Euro.

Im kommenden Jahr, in dem Rehbaum als Verbandsgeschäftsführer die Geschicke des Wasserverbandes Burg lenken wird, werden voraussichtlich mehrere Grundsatzentscheidungen fallen. 1. Bleibt der Wasserverband selbständig, fusioniert er mit einem anderen Verband oder wird die Wasserver- und Abwasserentsorgung Teil der Stadtwerke Burg? 2. Endet der Vertrag mit dem Betriebsführer Oewa am 31. Dezember 2013 oder verlängert er sich bis zum 31. Dezember 2018?

Für das nächste Jahr sei er sich bewusst, so Rehbaum, dass er gleichzeitig als Burger Bürgermeister und Wasserverband-Chef agieren muss. Er werde dabei entsprechend der Beschlüsse des Stadtrates und der Verbandsversammlung nach Recht und Gesetz handeln. Seine Aufgabe sei es als Bürgermeister aber auch, so Rehbaum, Beschlüssen zu widersprechen, die für seine Kommune einen wirtschaftlichen Schaden zur Folge haben könnten. "Wir müssen die beste Variante für die künftige Wasserver- und Abwasserentsorgung suchen, möglicherweise mit einer Ausschreibung", so Rehbaum.