Burg l Es war die letzte Lesung dieses Jahres innerhalb der Veranstaltungsreihe "schwarz auf weiß", die kürzlich im Konferenzraum der Stadthalle über die Bühne ging. Im Mittelpunkt stand das Manuskript zu Dorothea Isers drittem Band des Romans "Kein Gott in der Nähe".

In gewohnter Manier fesselte die Iser ihr Publikum mit ihrer Erzählweise. Da gibt es eine Reise der Romanheldin Susanne Lippmann zu ihren bulgarischen Schriftstellerkollegen. Dort erfährt sie, dass ihre Mentorin Edelgard verstorben ist. Eindrucksvoll beschreibt sie den Schock, die Trauer und die Beisetzung. Sie las lange. Dann erst erklärte sie warum. Als sie den Satz geschrieben hatte, dass Edelgard verstorben ist, klingelte ihr Telefon. Sie nahm die Mitteilung entgegen, dass ihr Mentor und langjähriger Freund und Kollege Heinz Kruschel verstorben ist. Dieser, nach dem Tod von Michael Olm, dem Buchgestalter und Illustrator des dorise-Verlages, zweite Schicksalsschlag innerhalb eines Monats warf Dorothea Iser aus der Spur.

Heinz Kruschel leitete den Zirkel schreibender Arbeiter beim Maschinenbau Burg, wo sich Dorothea Iser erste schriftstellerische Lorbeeren erwarb. Sein Buch "Gesucht wird die freundliche Welt" diente als Vorlage für den Film "Sabine Wulff", der in Burg und insbesondere in der Schuhfabrik "Roter Stern" gedreht wurde.

Im zweiten Teil des Abends, der seinen musikalischen Rahmen von der Jerichower Klinikband "Saitenspinner" bekam, stellte Günter Hartmann, Autor und Lektor des dorise-Verlages, die Konzeption einer neuen Anthologie der Jerichower Schreibrunde vor. Eine Sammlung von Lyrik und Prosa der Schreibenden, die auch in den Ablegern der Jerichower Runde in Magdeburg, Biederitz, Burg und Salzgitter wirken.

Lutz Sehmisch, Petra Taubert und Ingrid Gäde lasen daraus und bekamen viel Applaus.