Keine Pause "zwischen den Jahren" gönnen ihre Schützlinge den Mitarbeitern und ehrenamtlichen Helfern des Burger Tierheims. Die Frauen und Männer um Astrid Finger sind 365 Tage im Jahr für die Vierbeiner da und beraten auch in diesen Tagen Menschen, die ein Tier aus dem Tierheim bei sich aufnehmen wollen.

Burg l "Verantwortungsbewusste Eltern schenken ihrem Kind kein Tier zu Weihnachten", sagt Astrid Finger, Leiterin des Burger Tierheims. Die Familie sollte lieber die ruhigen Tage nach dem Fest nutzen und sich noch einmal intensiv mit dem Thema Haustier befassen, wenn vielleicht schon Leine, Tierbuch oder Fressnapf unter dem Christbaum lagen und dem Kind Hoffnungen auf einen tierischen Kameraden gemacht haben. Das Burger Tierheim kann in solchen Fällen eine Anlaufstelle sein. Denn hier gibt es nicht nur kompetenten Rat, sondern 70 Hunde und 90 Katzen warten auf ein neues Zuhause.

Eine neue Katze, die sollte es auch in der Familie Coring aus Burg bewusst nicht als Weihnachtsgeschenk geben. Vielmehr war gestern der erste Werktag nach Weihnachten für den zehnjährigen Leon und seine Eltern für einen Tierheim-Besuch in Schartau reserviert. In der Familie gab es schon einmal einen Stubentiger und Leon will jetzt die Verantwortung für eine neue Katze übernehmen, die aus dem Tierheim kommen soll. Astrid Finger und ihre Kollegen beraten die Familie geduldig. Eine schnelle Entscheidung müssen potenzielle Haustierbesitzer im Tierheim nicht treffen. Denn wenn sich jemand vorschnell entscheidet, kommt es nicht selten vor, dass die Tiere nach einigen Wochen oder Monaten wieder im Tierheim sind - wegen der Nachbarn, wegen der Arbeit, weil sie vielleicht doch nicht stubenrein sind...

Astrid Finger ist gespannt, ob in der nächsten Zeit auch wieder Tiere bei ihr abgegeben werden, die trotz aller Warnungen unterm Christbaum lagen. "Ich hoffe nicht", so die Tierheim-Leiterin. Dabei denkt sie außer an Hunde und Katzen auch an Kleintiere wie Meerschweinchen oder an Vögel, die häufig als Geschenke ins Haus kommen. "Diese Tiere werden von ihren Besitzern zwar versorgt, bekommen aber oft schon nach wenigen Wochen keinen Zuspruch mehr und leiden dann still und allein bis zu ihrem Ende", bedauert Astrid Finger.

Über Weihnachten war es im Burger Tierheim ziemlich ruhig. "Am ersten Weihnachtstag wurde lediglich ein Yorkshire Terrier als Fundtier abgegeben", berichtet die Tierheim-Leitern. Doch natürlich lief auch an den Feiertagen das "normale Programm" für die Tierheim-Mitarbeiter, denn ihre Schützlinge wollen jeden Tag etwas Zuwendung und etwas zu fressen.

Bei seiner Arbeit ist der Tierschutzverein Burg immer mehr auf Ehrenamtliche angewiesen, die entweder mit Hunden eine Runde drehen oder aber Tiere, die nicht vermittelt werden können, in Pflege nehmen. Eine solche Pflegefamilie konnte jetzt kurz vor Weihnachten für die beiden Pudel gefunden werden, über deren Schicksal die Volksstimme im Sommer berichtet hatte: Die beiden weit über zehn Jahre alten Hunde kamen sehr ungepflegt und mit diversen Krankheiten ins Tierheim. Die Besitzerin der Tiere war mit den Hunden im Tierheim vorstellig geworden und wollte diese abgeben, weil sie wegen der Arbeit umziehen müsse. Angesichts des schlechten Pflege- und Futterzustandes der Tiere war klar, dass es sich um zwei lebenslange Pflegefälle handeln würde. Astrid Finger machte der Besitzerin klar, dass es so einfach nicht geht, sich der Hunde und der Pflichten auf Kosten des Tierschutzvereins zu entledigen. Doch es nützte nichts, der Hundebesitzerin ins Gewissen zu reden. Ein Tierheimmitarbeiter fand die beiden Hunde kurze Zeit später unweit des Geländes angebunden...

In ihrer Pflegestelle müssen die beiden Pudel jetzt erst einmal den Jahreswechsel überstehen, denn die Silvesterknallerei ist bekanntlich purer Stress für jeden Hund. Astrid Finger rät allen Hundebesitzern, in diesen Tagen ihre Tiere bei Spaziergängen an der Leine zu halten, damit sie nicht in Panik weglaufen, wenn es in der Nähe knallt, womöglich auf die Straße. "Am 30. und 31. Dezember sowie am 1. Januar bekommen wir regelmäßig Suchanfragen", so Astrid Finger.

Wenn der ganze Rummel um Weihnachten und den Jahreswechsel vorbei ist, wollen sich die Tierheim-Mitarbeiter wieder Zeit für einen Winterspaziergang mit möglichst vielen Tierfreunden aus Burg und Umgebung nehmen. Dieser soll am Sonnabend, 21. Januar, stattfinden. Treffpunkt am Tierheim ist um 13.30 Uhr, Abmarsch um 14 Uhr. Dazu können auch eigene Hunde mitgebracht werden. Anschließend gibt es Kaffee, Kuchen und Flohmarkt.

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