Zichtau l Geht es nach Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs, so ist das Zichtauer Waldbad zum Jahresende in privater Hand. Neuer Besitzer der derzeit noch kommunal geführten Einrichtung könnte der Zichtauer Gutshof werden. Das zumindest ist das Ergebnis eines Treffens des Bürgermeisters mit Mitgliedern des Zichtauer Ortschaftsrates und Mitarbeitern des Gutshofes Zichtau am 16. April.

Doch das, was bei dem Treffen als Lösung für das Waldbad diskutiert wurde, scheint nicht bei allen Zichtauern auf uneingeschränkte Zustimmung zu stoßen. Ortschaftsratsmitglied Martina Näfe sagte während einer Sitzung des Gremiums am Donnerstagabend, dass viele Leute in Zichtau denken würden, dass das Waldbad verkauft werde. "Wer kommt dann noch zu den Arbeitseinsätzen des Fördervereines", fragte sie in die Runde.

Auch Ortschaftsrat Thorsten Bombach, der gemeinsam mit Ortsbürgermeisterin Astrid Läsecke selbst an dem Treffen teilgenommen hatte, hält neben den Vorteilen einer Übernahme durch das Gut auch Nachteile für denkbar.

Es sei klar geworden, dass die Stadt die Einrichtung nach einer letzten Öffnung in der bevorstehenden Saison in jedem Fall privatisieren wolle, sagte er.

Der Gutshof habe seinerseits Interesse zur Übernahme des Bades bekundet. Fest stehe aber, "wenn es weggeht, ist es weg", so Bombach. Er sei deshalb dafür, Einwohner und Mitglieder des Fördervereines bei einer gesonderten Veranstaltung zu ihren Wünschen zu befragen, so Bombach. "Außerdem ist es wichtig, dass wir die Verträge rechtzeitig vorgelegt bekommen", so Bombach.

Astrid Läsecke betonte die Vorteile der Interessenbekundung durch den Gutshof. Magnus Staehler von der Stiftung Zukunft Altmark habe ihr gesagt, dass das Gut das Waldbad keineswegs in Besitz nehmen wolle. "Sie bieten sich als Käufer an, aber wenn die Zichtauer es nicht wollen, wird es nicht erfolgen", sagte Läsecke.

Staehler selbst erklärte gestern auf Nachfrage noch einmal die Motive für die Übernahmeabsichten der Stiftung. "Das Ganze ist nur deshalb entstanden, weil die Stadt immer wieder die Schließung des Bades in die Diskussion eingebracht hat. Bevor es nun zugemacht wird, haben wir als Gut unser Interesse bekundet, das Bad zu erhalten", so Staehler. Zu den Befürchtungen einiger Einwohner sagte er: "Ich denke, wir haben bislang klar gemacht, dass das Gut für alle da und offen ist. Warum sollten wir im Falle des Waldbades anders verfahren?"

Staehler fügte hinzu, die Stiftung Zukunft Altmark könne sich vorstellen, das Angebot des Bades unter dem Gesichtspunkt der Gesundheitsvorsorge auch mit Veranstaltungen außerhalb der Badesaison zu gestalten. Parallel zu den bereits laufenden Verhandlungen mit der Stadt Gardelegen sollten der Ortschaftsrat und der Förderverein dabei aber eingebunden werden.

Astrid Läsecke kündigte an, dass es in nächster Zeit eine Zusammenkunft geben werde, bei der der Ortschaftsrat, Mitglieder des Fördervereines und Magnus Staehler noch einmal ins Gespräch über einen möglichen Kooperationsvertrag zwischen Stiftung und Förderverein kommen sollen.

Abschließend brachte Ortschaftsratsmitglied Rainer Schmidt auf den Punkt, was bei vielen Anwesenden hörbare Zustimmung fand. "So ein Bad ist immer defizitär", sagte er, "wir sollten uns die Chance nicht verbauen, mit der Stiftung zusammenzuarbeiten."

Neben der Diskussion über die Zukunft des Waldbades planten die Ortschaftsratsmitglieder die Eröffnung der Badesaison. Wie Astrid Läsecke informierte, wird das Waldbad am Mittwoch, 15. Mai, seine Türen für Besucher öffnen.

Die offizielle Eröffnungsveranstaltung findet allerdings erst am Sonntag, 2. Juni, statt. Zwischen 14 und 17 Uhr laden die Zichtauer Kindertagesstätten und Grundschulen der Region dann zu einem Familienfest ein.