Außergewöhnlich viele Besucher konnte Pfarrer Dieter Borchert gestern im Wernstedter Gotteshaus begrüßen. Für die gut gefüllten Kirchenbänke sorgte nach langen Jahren die erste Taufe im Dorf und der Besuch der holländischen Partnergemeinde.

Wernstedt l "Es ist schön, ein solches Zeichen zu sehen", betonte Pfarrer Dieter Borchert gestern morgen in der Wernstedter Kirche. "Ich weiß gar nicht, wie lange es her ist, dass hier das letzte Mal ein Kind getauft wurde. Ganz sicher aber passiert das nicht so häufig." Gestern indes durfte er wieder ein Kind über die "ehrwürdige Taufschale" halten. Borchert nahm nämlich den kleinen Stendaler Julian Hoffmann in den Kreis der Kirche auf. Seine Eltern Peggy und Tino Hoffmann verbindet nämlich viel mit dem kleinen Kalbenser Dorf. Mama Peggy wurde hier geboren und wuchs als Peggy Leichsenring auch in Wernstedt auf.

"Zum Glück gibt es junge Menschen, die den Mut haben, Verantwortung für ein Kind zu übernehmen", freute sich Borchert. Eine Taufe sei schließlich immer ein Zeichen für Hoffnung und Zuversicht.

Für den kleinen Täufling hatte sich der Pfarrer schließlich ein hübsches Bild aus- gedacht. Er verglich Julian mit einem jungen Bäumchen, aus dem "bei guter Pflege und ganz viel Liebe" irgendwann ein großer starker Baum werden könne. Und so wie ein Baum ab und an beschnitten und gestutzt werden müsse, brauche auch Julian Erziehung und Orientierung durch Eltern und Paten.

Das Bäumchen Julian freute sich offenbar seinerseits über die freundlichen Worte des Pfarrers. Vergnügt quietschte der zehn Monate alte süße Junge in der Kirche vor sich hin und lachte alle Besucher an.

Und darüber freuten sich gestern nicht zuletzt auch die 13 Gäste aus der holländischen Partnergemeinde in Zuidhorn, mit denen das Kirchspiel Kakerbeck und seine umliegenden Dörfer seit 22 Jahren eine enge Freundschaft verbindet. Und auch diese bedürfe, wie ein Baum, eben auch immer der Pflege, um sie zu erhalten, versicherte Borchert. Mit den holländischen Gästen hatte er am Sonnabend bereits einen Ausflug nach Salzwedel unternommen. Gestern fuhren sie wieder nach Hause und freuen sich nun ihrerseits auf den Besuch der Altmärker in zwei Jahren.