Kalbe (cn) l "Wenn es so ein Gremium wie den Ortschaftsrat gibt, dann sollte das mit dem Ortsbürgermeister auch jemand aus diesem Gremium machen." Mit diesen Worten erklärt Mirko Wolff, warum er sich entschieden hat, sich entgegen seiner ursprünglichen Pläne doch für dieses Amt zur Verfügung zu stellen. Damit dürfte nicht nur bei Einheitsgemeindebürgermeister Karsten Ruth Erleichterung herrschen.

Denn wenn sich niemand aus dem Ortschaftsrat finden würde, der die Nachfolge des zurückgetretenen Ortsbürgermeisters Helmut Bender antreten würde, dann müsste die Kommunalaufsicht jemanden aus der Verwaltung mit der Übernahme der Amtsgeschäfte beauftragen (wir berichteten). Allerdings würde es auch noch die Möglichkeit geben, die Hauptsatzung dahingehend zu ändern, dass es überhaupt keinen Ortschaftsrat mehr gibt, sondern nur noch einen Ortsvorsteher. Und das wäre für Kalbe, die größte Ortschaft der Einheitsgemeinde, wohl die schlechteste Variante.

Da es aktuell keinen Ortsbürgermeister gibt, oblag es Karsten Ruth als Bürgermeister der Einheitsgemeinde, zu einer Ortschaftsratssitzung einzuladen, bei der dann aus der Mitte des Gremiums ein Nachfolger für den am 16. April zurückgetretenen Helmut Bender gewählt wird. Die Sitzung findet am Donnerstag, 2. Mai, ab 19.30 Uhr im Rathaus statt. Und weil es anfangs so aussah, dass sich niemand für das Amt des Ortsbürgermeisters findet, hatte Ruth noch einmal alle Fraktionen angeschrieben - mit der Bitte zu überprüfen, ob es in ihren Reihen nicht doch einen Kandidaten gäbe. Daraufhin habe er sich beim Bürgermeister gemeldet und nach den Regularien erkundigt, sagte Mirko Wolff gestern.

Der 36-Jährige ist bekannt dafür, dass er sich für seine Heimatstadt engagiert. So arbeitet er auch im Stadtrat und im dortigen Hauptausschuss mit. Wolff gilt als argumentationsstark, aber sachlich. Sowohl im Stadt- als auch im Ortschaftsrat zählt er zur Fraktion der Linken, ist aber parteilos.

Dass er sich ursprünglich nicht mit dem Gedanken, Ortsbürgermeister zu werden, anfreunden konnte, liegt in seiner beruflichen Tätigkeit begründet. Wolff ist als Bildungsreferent viel unterwegs. Zudem ist er zweifacher Familienvater und im Verein der Altstadtnachbarn aktiv. Weiterhin gehört er jener Arbeitsgruppe an, die Ideen für die Neugestaltung des Kalbenser Friedhofes entwickelt hat. Und er hat auch schon mehrfach laut über die Gründung eines Fördervereins für das Freibad nachgedacht.

Kommunalpolitisches Engagement liegt bei ihm aber offenbar in der Familie. Denn Mirko Wolffs Bruder heißt Uwe und ist seit Anfang der 1990er Jahre Bürgermeister beziehungsweise Ortsbürgermeister von Kahrstedt.