Fünf sogenannte Fischtreppen entstehen noch bis 2015 als Nebenanlagen an verschiedenen Stauwehren der Ohre im Drömling. Ziel des Zweckverbandes Drömling ist es, damit Laichgebiete für einheimische Fische wieder zugänglich zu machen.

Breiteiche l Mit Beginn der Trockenlegung und Melioration des Drömlings und der Kanalisierung der Ohre wurden Fischarten wie Karausche, Döbel, Quappe, Hecht oder Gründling durch den abschnittsweisen Bau von Schleusen vor rund 100 Jahren von ihren Laichgewässern abgeschnitten und ihr Lebensraum zerschnitten. Daraus resultiert auch eine genetische Einschränkung der Artenvielfalt, wie Mathias Kausche vom Zweckverband Drömling berichtet.

Laichgebiete entsprechen nicht den natürlichen Habitaten

Das betrifft insbesondere auch den ebenfalls einheimischen Schlammpeitzger, der mittlerweile zu den streng geschützten Arten zählt. Dass es dennoch Teilpopulationen in der Ohre gibt, ist darauf zurückzuführen, dass sie auf weniger geeignete Lebensräume, wie kleine Gräben, ausgewichen sind. "Allerdings entsprechen die nicht ihren naturgemäßen Laichhabitaten", erklärt der Geschäftsführer des Zweckverbandes Drömling. "Es ist auch unsere Aufgabe, die Artenvielfalt zu erhalten. Dafür wurden schon und werden in den kommenden Jahren an insgesamt fünf Schleusen an der Ohre diese Fischtreppen gebaut.", berichtet der Geschäftsführer. So bekommen auch die derzeit isolierten Vorkommen des Schlammpeitzgers im Langen Winkel und im Jeggauer Moor wieder eine Anbindung an offene Gewässer.

Stabile, breite Spundwände werden dazu in den jeweiligen Uferbereich der Ohre hineingebaut, so dass quasi parallel zum Flusslauf ein weiterer, schmaler Wasserlauf entsteht. Um jedoch das Höhenniveau des Wasserspiegels an den Schleusen auszugleichen - an der Hoffmannsschleuse liegt es bei rund 90 Zentimetern - werden höhenabgestufte Querriegel mit kleinen Öffnungen zum Wasserdurchfluss eingebaut, erklärt die Projektleiterin des Zweckverbandes, Birgit Seelig. Diese können die Fische überwinden. Allerdings gehören dazu Berechnungen, die recht umfassend sein müssen. Schließlich variiert die Größe und Kraft der Flossen schlagenden Tiere vom Hecht bis zur Quappe doch sehr.

Ausweitung des Projektes auf gesamten Drömling

Derzeit würden die genannten Fischarten nur in verschiedenen Einzugsgräben, etwa im Steimker Graben oder in einer kleinen Exklave des Jeggauer Moores, laichen können. Um dem entgegenzuwirken beziehungsweise es zu ändern, liegt der Fokus für den Bau von Fischaufstiegsanlagen zur Zeit auf der Ohre. Allerdings ist die Einbeziehung des gesamten Drömlingsgebietes eine weitere Dimension des Projektes, blickt Kausche weiter voraus.

Die Fischaufstiegsanlage an der Hoffmannsschleuse wird über die Länge von 55 Metern gebaut. Insgesamt elf Querriegel aus speziellen Wasserbausteinen bilden die Treppe. Die nur zentimeterbreiten Durchlässe in den Riegeln werden versetzt, so dass den Fischen eine Strömung vorgegeben wird, in der sie sich von Stufe zu Stufe fortbewegen können.

An den schon fertiggestellten zwei Anlagen wird die Effizienz des Projektes bereits beobachtet. Alle dort gesammelten Daten werden später für eine wissenschaftlichen Auswertung genutzt, sagt Mathias Kausche.

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